Unübersichtlicher Luftkampf: Sillenbuchs Torhüter Manuel Mümmler und Türkspor-Angreifer Hasan Isbert auf der Suche nach dem Spielgerät. Foto: /Holger Strehlow

Türkspor Stuttgart verliert gegen den neuen Tabellenführer SV Sillenbuch mit 3:5 – Spvgg Cannstatt steigert sich nach der Pause gewaltig.

Bad Cannstatt - Liga verrückt – anders kann man das nicht bezeichnen, was sich derzeit in der Bezirksliga abspielt. Fielen in der Vorwoche in sieben Spiele „schlappe“ 41 Tore, waren die Teams am vergangenen Spieltag noch Torhungriger: 42 Mal landete der Ball im Netz. Und erneut sorgte der Abstiegskandidat TV 89 Zuffenhausen für das Ausrufezeichen: Man besiegte den bisherigen Tabellenführer TSV Plattenhardt mit 6:3. Damit kletterte der TVZ erstmals in dieser Runde auf einen Nichabstiegsplatz. Der TSV Plattenhardt musste indes die Spitzenposition an den SV Sillenbuch abgeben, hat bei einem Punkt Rückstand aber auch noch eine Partie mehr zu bestreiten als der SVS.

Türkspor Stuttgart – SV Sillenbuch 3:5

Nach dem 8:5-Erfolg über Croatia wollte Türkspor gegen den Tabellenzweiten Sillenbuch die Defensive stabilisieren. Das ging wie so oft in dieser Saison daneben. Das Team des Trainerspieler-Duos Damir Bosnjak/Kerem Arslan kassierte erneut fünf Treffer. Zu viel, um letztlich Punkte davonzutragen beziehungsweise zu Sillenbuch aufzuschließen. „Doch schon wie in der Vorwoche hätten wir durchaus einen 8:5-Erfolg davontragen können“, sagt Damir Bosnjak. Chancen habe man einmal mehr zuhauf gehabt, unter anderem insgesamt fünf Mal Aluminium getroffen. Die Gäste indes gingen mit den Chancen nicht so verschwenderisch um, dem 1:0 in der 13. Minute von Lukas Schmidt sei jedoch eine klare Fehlentscheidung vorausgegangen. „Der Ball war bei der Flanke im Aus, wurde aber vom Schiedsrichter nicht geahndet“, so Bosnjak. Drei Minuten später passte die Defensive nicht auf und erneut Schmidt erhöhte für Sillenbuch auf 2:0. In der Pause nahmen sich die Türkspor-Akteur vor, die Partie noch zu drehen. Doch bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff nutzte Jonas Fischer einen Aussetzer in der Türkspor-Defensive zum 3:0. Als Robert Gulde nach 62 Minuten auf 4:0 erhöhte, schien die Partie entschieden. „Doch die Mannschaft hat in der Schlussphase Charakter gezeigt .“ Durch Tore von Daniel Bosnjak (80.), Erdal Koyuncu (81.) und Louis Hörger (87.) stand es plötzlich nur noch 3:4. „Es boten sich dann noch Chancen zum Ausgleich, die wir leider nicht genutzt haben. Uns fehlte einfach an diesem Spieltag das Quäntchen Glück.“ So sorgte Ruben Kimmig in der vierten Minute der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung.

Spvgg Cannstatt – TSV Bernhausen 4:2

Erleichterung bei Carmine Napolitano. Im zweiten Anlauf durfte der Neu-Trainer der Spvgg Cannstatt den ersten Sieg bejubeln. Vor allem aufgrund einer starken zweiten Hälfte beziehungsweise einem anderen Auftreten blieben die drei Punkte gegen den Abstiegskandidaten an der Hofener Straße. Im ersten Abschnitt sei man zwar auch spielbestimmend gewesen und habe einige gute Angriffe über außen gestartet, aber letztlich „hat im Abschluss die Geilheit gefehlt, um auch wirklich ein Tor machen zu wollen“. Die Gäste indes ließen sich nicht zwei Mal bitten und Nils Schaller „nutzte unseren einzigen Fehler im Aufbauspiel“ in der 33. Minute zur 1:0-Pausenführung. Im zweiten Abschnitt beorderte Napolitano Daniel Fichte nach ganz vorne und in der 46. Minute wurde dieser von Sturmpartner Rui Carvalho Pinheiro gut in Szene gesetzt und markierte den Ausgleich. „Unsere Körpersprache war nun eine völlig andere.“ Neun Minuten später flankte Carsten Bauer und erneut Fichte traf per Flugkopfball zur Spvgg-Führung. Nun waren die Gastgeber vollends am Drücker und nach einem schnellen Spielzug vollendete Alexander Grigoras zum 3:1 (57.). Spannend wurde es dann wieder in der 84. Minute, als erneut Schaller auf 2:3 verkürzte. Doch bereits eine Minute später stellte Carvalho Pinheiro den Zwei-Tore-Abstand wieder her und der erste Cannstatter Erfolg in 2020 war perfekt.

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