Schmerzhaft: Foto: /Holger Strehlow

Der Fußball-Bezirksligist Türkspor Stuttgart gewinnt bei der Spvgg Cannstatt mit 4:0 und peilt klare Tabellenführung an.

Bad Cannstatt - Wir geben uns erst zufrieden, wenn wir die Tabelle mit zehn Punkten Vorsprung anführen“, war von Damir Bosnjak, einem der beiden Türkspor-Trainer, gestern nach dem Abpfiff zu hören. Noch muss er sich ein wenig gedulden. Doch nach dem 4:0 (1:0)-Sieg in Cannstatt sind er und sein Team zumindest vom ersten Etappenziel – der Tabellenführung – nicht mehr weit entfernt: Der TSV Musberg rangiert noch drei Zähler vor Türkspor.

Beim Blick auf den Kader und die Art und Weise, wie Türkspor das Spiel in Cannstatt gewann, wird der Platz an der Sonne aber in absehbarer Zeit mit Sicherheit vom starken Team vom Neckarpark besetzt sein. Die Gäste überzeugten in den entscheidenden Phasen durch ihre individuelle Klasse, die absolute Dominanz der Vorwochen war aber nicht zu erkennen – auch wenn das das Trainergespann Damir Bosnjak und Kerem Arslan anders sah.

„Cannstatt hielt zwar gut 60 Minuten mit, aber man muss die gesamten 90 Minuten betrachten und da waren wir besser und hätten auch noch mehr Tore schießen können“, so Bosnjak und Kerem Arslan ergänzte: „Auf dem kleinen, seifigen Rasen ist es nicht einfach zu spielen. Das haben die Jungs aber prima gemacht und sich auch zahlreiche Chancen erspielt.“

Doch die Chancen hatten auch die Cannstatter . „Man bekommt gegen Türkspor natürlich nicht massig viele Möglichkeiten. Aber wir hatten welche und die haben wir nicht genutzt“, so Spvgg-Coach Carmine Napolitano. Das entscheidende Puzzlestück, was in Napolitanos Matchplan nicht aufging, ansonsten „haben wir die Räume eng gemacht und immer wieder für Nadelstiche gesorgt. Ich bin sehr stolz auf mein Team, das über weite Strecken hervorragend dagegengehalten hat“.

Zwischen der 20. und 59. Minute hinterließen die Gastgeber sogar den besseren Eindruck, vergaben nach schnellen Spielzügen sehr gute Chancen durch Alexander Grigoras (37.), Behar Hasanaj (47.) und zwei Mal Gianluca Marsiglio (47./52.). Wäre einer dieser vier Versuche im Netz geendet, hätte es das 1:1 bedeutet. Denn bereits nach zwei Minuten köpfte Innenverteidiger Nektarios Malamidis freistehend nach Eckball von Erdal Koyuncu ein. Das Gegentor nehme er auf seine Karte, so Napolitano, da er Raumdeckung anstatt Manndeckung ausgegeben habe. Zudem schüttelte der Spvgg-Coach den Kopf: „Ausgerechnet Malamidis“, so Napolitano, „der hat schon vor Wochen gegen uns das 1:0 besorgt“. Damals noch im Trikot von Beograd. Nach der frühen Gästeführung wurde es immer wieder gefährlich vor dem Cannstatter Gehäuse, wenn Türkspor-Kapitän Daniel Bosnjak seine Füße im Spiel hatte.

Mit Glück und viel Einsatz überstanden die Hausherren so manche kritische Situation und legten allmählich den Respekt vor dem starken Gegner ab. Die Hochphase der Spvgg beendete das 2:0 von Koyuncu per verwandeltem Foulelfmeter in der 59. Minute. Vorausgegangen war eine schöne Finte von Gökhan Gümüssu, der Khaled Almalla mit einem Foul begegnete – der gute Schiedsrichter Antonio Garcia-Morales (Cleebronn) zeigte sofort auf den Punkt. Fortan war die Partie entschieden und „wir hätten letztlich höher verlieren können“, hat Napolitano richtig erkannt.

Der eingewechselte und wenig später wegen erneuten Oberschenkelproblemen wieder ausgewechselte Gerrit Müller sorgte für das 3:0 (67.), zwei Minuten später lenkte Markus Lurz eine scharfe Hereingabe von Marcel Avdic ins eigene Netz ab.

Spvgg Cannstatt: Pellegrino; Almalla (69. Irebor), Lurz, Ziegler, Grigoras, Karaboga (21. Gökce), Geidies, Schulz, Carvalho Pinheiro, Hasanaj (69. Ajolbek), Marsiglio (63. Bauer).

Türkspor Stuttgart: Aydin; Yilmaz, Malamidis, Abdullah Sener, Üzümcü, Gümüssu (73. Hörger), Daniel Bosnjak, Akcan (58. Köse), Koyuncu (63. Müller/83. Vrabac), Capar, Avdic.

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