Der Glaube als Happening: solche Gottesdienste wie vor der Corona-Krise in Berlin kann es zurzeit nicht geben. Foto: epd/Michael Jespersen

Schon mehrfach sind Gottesdienste zu Hotspots der Coronapandemie geworden. Meist handelte es sich um Ausbrüche im Umfeld von Freikirchen. In dieser Woche traf es eine Pfingstgemeinde in Karlsruhe. Was steckt dahinter?

Stuttgart - Die Krawatte harmoniert farblich perfekt mit dem Blumengebinde, das neben der weiß getünchten Kanzel steht. Dort verharrt Jakob Tscharntke einige Sekunden zum stillen Gebet, dann legt er los und von Harmonie ist nichts mehr zu spüren. Er spricht vom „Corona-Wahnsinn“, von „totalitärer Willkürherrschaft“, von einem „dritten Weltkrieg gegen die Völker“. Nicht einmal seine Enkel habe man noch auf den Arm nehmen dürfen, Sterbende musste man alleine lassen. „In den schlimmsten Diktaturen hat es keine solchen Verbote gegeben“, sagt Tscharntke. Sätze, die ihm besonders wichtig sind, sagt er zweimal – so auch diesen: „Ich hätte solche satanischen Eingriffe in das Leben unseres Volkes vor dem Offenbarwerden des Antichristen nie für möglich gehalten.“

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