Mick Schumacher feiert beim Formel-2-Rennen in Barcelona seinen dritten Platz mit Schampus auf dem Podium. Foto: dpa/James Gasperotti

Lewis Hamilton ist einst gegen Michael Schumacher gefahren, womöglich trifft der sechsmalige Formel-1-Champion gegen Ende seiner Karriere noch auf dessen Sohn Mick.

Stuttgart - In dieser außergewöhnlichen, von Corona-gezeichneten Formel-1-Saison schickt sich Lewis Hamilton an, Außergewöhnliches zu vollbringen. Der Mercedes-Pilot jagt die Rekorde von Rekordchampion Michael Schumacher, die einst schon als Bestmarke für die Ewigkeit apostrophiert worden waren. Vor allem die sieben WM-Titel und die 91 Grand-Prix-Erfolge. Aktuell ist der Brite auf Kurs zu seinem siebten Titel, zudem fehlen ihm nur noch drei Rennsiege zur Marke von 91. „Ich muss mich manchmal selber kneifen und mich überhaupt erst mal daran erinnern, wie viele Titel ich schon habe“, sagte Hamilton in einem Interview mit der „Sport Bild“, „ich laufe nicht durchs Leben und denke jeden Tag an meine WM-Titel. Oder daran, dass es schon sechs Stück sind.“ Wenn er nicht an der Rennstrecke sei, sei er „ein ganz normaler Mensch und mache ganz normale Sachen.“ Das mag der 35-Jährige so einschätzen, doch um die Welt zu jetten, auf Promi-Party zu tänzeln und mit dem Jet-Ski übers Wasser zu flitzen, solche Freizeitbeschäftigungen dürften für die meisten Zeitgenossen nicht unter die Kategorie der „normalen Sachen“ fallen.

Während Lewis Hamilton also die Rekorde von Michael Schumacher zu brechen versucht, beschäftigt sich der Mann aber auch mit dem Sohn des Kerpeners – mit Mick Schumacher, der in der Nachwuchsserie Formel 2 um seine Formel-1-Reife kämpft. Der Superstar schätz den 21-Jährigen durchaus. „Ich muss sagen, er ist einer der beeindruckendsten jungen Fahrer, die ich kennengelernt habe. Vor allem, was seine Persönlichkeit angeht“, sagte der Mercedes-Pilot, „Mick ist ein bescheidener Junge. Mick fährt, weil er es einfach liebt zu fahren.“ Hamilton kennt das harte Motorsport-Geschäft, in dem hunderte junge Fahrer um wenige Cockpitplätze kämpfen – und wenn einer dann noch einen so berühmten Vater besitzt, wird die Geschichte nicht zwangsläufig einfacher. In die Fußstapfen seines Vaters zu treten, sei für Mick Schumacher nicht einfach, meint Hamilton. „Michael hat alle Grenzen dieses Sports nach oben verschoben. Doch Mick geht jetzt seinen eigenen Weg, und das macht er wirklich großartig“, sagte der Engländer, der 2008 erstmals Formel-1-Weltmeister geworden war. „Er steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden, das imponiert mir sehr.“

Mick Schumacher liegt in der Formel-2-Wertung derzeit auf Platz fünf und hofft, 2021 oder 2022 einen Fahrervertrag bei einem Formel-1-Team zu erhalten – womöglich würde dann auch Lewis Hamilton noch zu seinen Gegnern zählen.

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