In den sieben mittelamerikanischen Ländern sind mehr als 110 000 Menschen in Notunterkünfte gebracht worden darunter 44 000 Kinder. Foto: /Moises Castillo/AP

Kinder sind besonders heftig von den Folgen des Hurrikans Eta betroffen, der vergangene Woche über Mittelamerika hinweggezogen ist. Heftige Regenfälle und katastrophale Überschwemmungen haben laut Unicef das Leben von mehr als 1,2 Millionen Kindern schwer beeinträchtigt.

Managua - Kinder sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks Unicef besonders heftig von den Folgen des Hurrikans Eta betroffen, der vergangene Woche über Mittelamerika hinweggezogen ist: Die „heftigen Regenfälle und katastrophalen Überschwemmungen“ durch den Sturm hätten „das Leben von mehr als 1,2 Millionen Kindern schwer beeinträchtigt“, teilte Unicef mit. Helfern müsse auch in den am schwersten betroffenen Regionen Zugang gewährt werden.

Eta hatte in ganz Mittelamerika schwere Verwüstungen verursacht, nachdem er am 3. November als Hurrikan der Stufe vier in Nicaragua auf Land getroffen war. In den sieben mittelamerikanischen Staaten gab es insgesamt mehr als 200 Tote und Vermisste. Schwere Schäden gab es zudem an zahlreichen Krankenhäusern und Schulen sowie an öffentlicher Infrastruktur. 

Mehr als 110 000 Menschen in Notunterkünfte gebracht

Zahlreiche Familien seien obdachlos geworden und aufgrund der Überschwemmungen vom Rest der Welt abgeschnitten, beklagte der Unicef-Direktor für Lateinamerika und die Karibik, Bernt Aasen. „Sehr problematisch“ sei in den betroffenen Gebieten der Zugang zur Wasserversorgung sowie zu sanitären Einrichtungen. Dies erhöhe das Risiko für Krankheiten, die über Wasser übertragen werden. In den Notunterkünften sei zudem die Gefahr von Corona-Infektionen hoch. 

Insgesamt wurden laut Unicef in den sieben mittelamerikanischen Ländern mehr als 110 000 Menschen in Notunterkünfte gebracht, darunter etwa 44 000 Kinder. Die Organisation zitierte den 13-jährigen John Dell aus dem schwer von Eta betroffenen Nicaragua, dessen Elternhaus während des Sturms eingestürzt war. „Ich habe nichts mehr übrig. Ich habe meine Schuluniform nicht mehr“, sagte er demnach. Er wünsche, er könne „nach Hause gehen“.

Wegen der immensen Schäden durch Eta beantragte Guatemala internationale Hilfen. Durch den Hurrikan wurden in dem Land 46 Menschen getötet, 96 weitere wurden vermisst. Insgesamt waren in Guatemala rund 700 000 Menschen von den Folgen von Eta betroffen. In zehn der 22 Regionen des Landes wurde der Notzustand ausgerufen. 

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