Die frisch gewählten Vorstände: Roger Schenk, Paul Wurm, Ilse Bodenhöfer-Frey und Michael Haug Foto: Mathias Kuhn

Zur Beschleunigung des Vorhabens die Steinenbergschule, um eine gymnasiale Oberstufe zu erweitern, wurde der Verein gegründet.

Hedelfingen - In der Ortsgeschichte wird der 4. Juli, 14.30 Uhr als ein historischer Moment eingehen. Es ist die Geburtsstunde des Fördervereins Schulcampus Hedelfingen. Alle im Waldheim anwesenden Gründungsmitglieder hoben ihre Hände in die Höhe. Ihnen reicht es. Sie wollen nicht weiter warten. Die Vereinsgründung ist eine Trotzreaktion. Der neue Förderverein will der Stadt Beine machen. Möglichst schnell soll auf dem Steinenberg eine weiterführende Schule mit gymnasialer Oberstufe eingerichtet werden. Seit Jahren werden die Hedelfinger in Sachen Neuansiedlung am Schulstandort Hedelfingen von der Stadtverwaltung vertröstet. „In Hedelfingen ist der Druck groß. Nach der Schließung der Werkrealschule besteht nun die Chance, in der Steinenbergschule eine neue weiterführende Schule einzurichten. Doch die Stadt nützt dies nicht aus“, erklärte Roger Schenk. Der CDU-Bezirksbeirat hat die Gründung des Fördervereins maßgeblich koordiniert. Diverse Anträge sowohl des Hedelfinger Bezirksbeirats als auch der Stadträte seien bisher von der Landeshauptstadt mit dem Hinweis auf Staus bei Schulmaßnahmen ignoriert worden.

Anfang des Jahres ist bei einigen Bürgerinnen und Bürgern der Geduldsfaden gerissen. Sie haben sich zur Gründung des Fördervereins entschlossen und selbst die Corona-Krise konnte die Hedelfinger Aktiven nur kurz bremsen. Der erste Termin zur Gründungsversammlung musste kurz vor Ostern wegen des Lockdowns zwar verschoben werden, die Hedelfinger wurden durch die Erfahrungen in der unterrichtsfreien Zeit in ihrem Entschluss eher bestärkt. „Die Stadt geht von einem Baubeginn frühestens im Jahr 2028 aus. Erfahrungsgemäß bedeutet dies, dass wir erst in zehn bis zwölf Jahren eine weiterführende Schule erhalten“, sagt Schenk. Dabei sei der Bedarf nach einer zweiten weiterführenden Schule mit Gymnasialabschluss in den Oberen Neckarvororten groß. Dies hat sich auch daran gezeigt, dass einige Viertklässler aus Rohracker aktuell zuerst vom Geschwister Scholl-Gymnasium und dann vom Wirtemberg-Gymnasium abgelehnt wurden, wie Mitglieder erzählten.

Dies könne nicht sein. „Ich bin überzeugt, dass der neu gewählte Oberbürgermeister noch in seiner ersten Amtsperiode die neue Schule auf dem Steinenberg einweihen wird“, meinte Paul Wurm knitz mit Seitenblicken auf die beiden anwesenden OB-Kandidaten Frank Nopper und Marian Schreier. „Der Förderverein werde versuchen, wie ein Katalysator zu wirken und die Entscheidungsfindung sowie die Einrichtung des neuen Gymnasiums zu beschleunigen“, versicherte der als Katalysator-Experte bekannte Paul Wurm. Der Vorsitzende des Hedelfinger Waldheimvereins wurde mit vier weiteren Aktiven in den Vorstand des neuen Fördervereins gewählt. Zum Fünfergremium gehören noch: Ilse Bodenhöfer-Frey als politische Speerspitze, Michael F. Haug übernimmt PR-Aufgaben, Roger Schenk ist für das Administrative zuständig und mit Max Kottmann besitzt das Gremium einen Vertreter aus dem Nachbarstadtbezirk Wangen, der zudem als Lehramtskandidat das nötige Fachwissen für die Einrichtung eines Gymnasiums mitbringt. Der Unterstützung der Bevölkerung können sich die Vorstände und Unterstützer gewiss sein. In kurzer Zeit konnten rund 50 Mitglieder gewonnen werden. „Die Gründung des neuen Vereins war ein wichtiger Schritt zum neuen Gymnasium“, ist sich Wurm sicher. Er macht unmissverständlich klar, dass der Verein weiter Verzögerungen bekämpfen werde.

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