Auf dem Schmidener Feld lebten im Jahr 2014 noch zahlreiche Rebhühner, doch der Bestand ist in Gefahr. Archiv Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Auf den Feldern der Region gibt es kaum noch Vögel. Gerade das Rebhuhn, einst Charaktervogel der hiesiegen Äcker und Wiesen, findet hier kein Auskommen mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig, sie gehen aber überwiegend auf die Änderungen in der Landbewirtschaftung zurück. Die Stadt Fellbach und der Rems-Murr-Kreis sind sich daher einig: Sie wollen den Rebhuhnbestand auf dem Schmidener Feld sichern.

Unterstützt werden sie dabei seit diesem Jahr von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg im Rahmen eines Modellprojekts des Landes. Damit werden die umfangreichen Maßnahmen ausgeweitet, welche die Stadt bereits seit 2013 in Kooperation mit dem Naturschutzbund (Nabu) Fellbach angestoßen hat. So konnte sie mehrere Landwirte dafür gewinnen, Rückzugsflächen bereitzustellen und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Laut Gundis Steinmetz vom Stadtplanungsamt werden dadurch mittlerweile rund fünf Hektar Fläche rebhuhnfreundlich bewirtschaftet.

Der Rückgang des Rebhuhnbestands ist nur der sichtbare Teil des Artensterbens in der Landschaft. Mit ihm verschwinden aber auch viele andere Tier- und Pflanzenarten aus der Feldflur. Dass die Bemühungen im Grundsatz aber helfen, zeigen die Ergebnisse der Bestandskontrollen: Rebhühner halten sich bevorzugt auf oder in der Umgebung der aktuellen Schutzflächen auf. Da sich parallel zu den Maßnahmen der landwirtschaftliche Strukturwandel massiv fortsetzte, ging der Rebhuhnbestand freilich weiterhin zurück. Deshalb ging die Stadt jetzt auf das Landratsamt mit der Bitte um Unterstützung zu. Das nun gestartete Projekt mit der Stiftung Naturschutzfonds soll dazu beitragen, den Trend umzukehren und die positiven Wirkungen der Fellbacher Schutzmaßnahmen zu verstärken. Mittlerweile hat sich dafür ein Lenkungskreis gebildet, dem neben der Stadt und der Naturschutzbehörde auch der Landschaftserhaltungsverband sowie der Landesjagdverband angehören. Fachliche Beratung gibt es durch das Planungsbüro Tier- und Landschaftsökologie aus Köngen.

Mitte März fand ein erstes Arbeitstreffen im Fellbacher Rathaus statt, bei dem über Inhalte des Projektes diskutiert wurde. „Unser Ziel ist es, ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu schnüren, um so den Bestand des Rebhuhns auf dem Schmidener Feld zu stabilisieren und seine ursprüngliche Verbreitung wiederherzustellen“, erläutert Markus Wegst von der Unteren Naturschutzbehörde im Rems-Murr-Kreis. Dabei sollen auch neue Wege beschritten werden. Zum Beispiel leisten die meisten Landwirte im Rahmen des sogenannten „Greenings“ bereits einen erheblichen Beitrag zur naturverträglichen Bewirtschaftung ihrer Flächen. Solche Greening-Maßnahmen besser an die Bedürfnisse des Rebhuhns auszurichten, ist ein Teilaspekt des Projekts ebenso wie die Suche nach rebhuhngeeigneten Anbaualternativen zum Silomais für Biogasanlagen.

Auf dem Schmidener Feld lebten im Jahr 2014 noch schätzungsweise zwischen drei und sechs Prozent des landesweiten Rebhuhnbestandes, ein in der Region Stuttgart fast einzigartiges Vorkommen.

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