Einsatzkräfte in Schutzanzügen untersuchen die ominöse Substanz. Foto: SDMG// Kohls

Ein Passagier hat acht Plastikflaschen mit einer Art Backmischung im Gepäck. Weil er Angst hat, seine Taschen könnten dadurch zu schwer sein, lässt er sie zurück. Das kann nun schwerwiegende Folgen für ihn haben.

Stuttgart - Die wenigen Passagiere, die am Donnerstagabend am Flughafen waren, haben ein furchteinflößendes Szenario gesehen: Spezialkräfte in Schutzanzügen rückten an, das Gebäude wurde teilweise abgeriegelt, der S-Bahnhaltepunkt gesperrt. Ausgelöst hatten diesen Großeinsatz gegen 19.30 Uhr mehrere Flaschen, die ein weißes Pulver enthielten und im Terminal 3 aufgetaucht waren. Da zunächst nicht klar war, was in den Flaschen war und ob die Substanz gefährlich sein könnte, wurden die Vorsichtsmaßnahmen getroffen, sagt ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion am Flughafen.

Sechs weitere Flaschen liegen im Mülleimer

Zunächst tauchten zwei Plastikflaschen am Check-in des Terminal 3 auf. Da der Besitzer nicht gefunden wurde, sperrte die Polizei dort ab. Sechs weitere Flaschen wurden in einem Mülleimer in der Nähe entdeckt, und auch eine in einem Schließfach zurückgelassene Tasche kam den Ermittlern seltsam vor. Deswegen wurde die Absperrung ausgeweitet. Feuerwehrleute nahmen die Mischung unter die Lupe und stellten fest, dass es sich um eine Mehl, Backpulver und Zucker handelte – eine Art Teigmischung offenbar.

Den Verursacher des Großeinsatzes konnte die Bundespolizei am gleichen Abend ermitteln. Es soll ein 61-jähriger Mann sein, der angesichts der Flaschen voller Backzutaten offenbar Angst hatte, seine Tasche könnte zu schwer werden. Deswegen soll er die Behälter kurz vorm Check in unsachgemäß entsorgt haben – keine gute Idee, wie der dadurch ausgelöste Großeinsatz zeigte.

Auch die S-Bahnhaltestelle wird gesperrt

Die Beamten sperrten zunächst nur den Fundort am Terminal 3. Da weitere Flaschen in einem Mülleimer auftauchten und bei der Absuche des Flughafens zudem eine herrenlose Tasche in einem Schließfach entdeckt wurde, weiteten die Sicherheitskräfte die Sperrung aus. Auch die S-Bahnhaltestelle war von 21.30 Uhr bis 22.40 Uhr betroffen. Die Tasche gehörte nach ersten Erkenntnissen nicht dem Mann, sagt der Bundespolizeisprecher Andreas Schürle. Auf den ohnehin stark eingeschränkten Flugverkehr habe der Einsatz keine Auswirkungen gehabt.

Die Idee, die Flaschen zu entsorgen, kann den 61-Jährigen unter Umständen teuerer zu stehen kommen als die befürchtete Gebühr für das Übergepäck: Man prüfe nun, ob der Passagier die Kosten des durch sein Entsorgungsmethode verursachten Polizeieinsatzes zahlen muss, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion am Flughafen.

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