Familie Bergman fliegt nach Sardinien. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Viele Flugreisende klagen über die komplizierte Urlaubsplanung. Selbst Familien, die Rat beim Reisebüro suchten, fühlen sich alleingelassen.

Stuttgart - Filderbewohner haben es in den vergangenen Tagen schon bemerkt: Pünktlich zum Sommerferienbeginn hat die Taktfrequenz der Passagierflieger im Luftraum deutlich zugenommen – inklusive des vertrauten Motorengrollens. Im Flughafen selbst passen die langen Schlangen ins Bild: Am Freitagmorgen herrschte zum Auftakt der Ferien reger Betrieb vor den Check-in-Schaltern und bei den Sicherheitskontrollen. Rund 25 000 Fluggäste und über 200 Starts und Landungen pro Tag erwartet die Flughafengesellschaft in diesen ersten Ferientagen, so Flughafensprecherin Beate Schleicher. „Bis zum Ende der Sommerferien Mitte September sind rund 9000 Flugbewegungen geplant.“ Zum Vergleich: 2018 waren es zum Sommerferienbeginn knapp doppelt so viele Starts und Landungen und rund 40 000 Fluggäste pro Tag. Es sind also nicht wenige Urlauber, die nach wie vor lieber auf einen Auslandstrip via Flugzeug verzichten.

„Extrem kompliziert“

Manchem Reisenden wurde der Flug in den Urlaub freilich nicht leicht gemacht. So wie der Familie Bergmann aus Leipzig, die am Freitag von Stuttgart aus nach Sardinien startet: „Erst wollten wir nach Spanien, dann nach Griechenland“, erzählt Frank Bergmann. „Die sich ständig ändernde Einreisesituation war extrem kompliziert“, sagt der 52-Jährige. „Schließlich habe wir Italien gewählt, weil hier eine drohende Quarantänepflicht bei der Rückreise am unwahrscheinlichsten war.“ Und so wurde es für die Familie zuletzt eine Last-Minute-Buchung. Auch eine Familie aus Nagold, die am Freitag auf dem Weg nach Bari ist, fühlte sich bei der Buchung über ein Reisebüro allein gelassen: „Das war eine große Enttäuschung“, erzählt der Familienvater, der seinen Namen nicht nennen möchte. Welche konkreten Einreisebestimmungen für ihr Reiseziel gelten, darüber musste sich die Familie allein informieren. „Da hätten wir genauso gut selbst buchen können.“ Weitere Schwierigkeiten erwartet die Nagolder Familie nun nicht mehr: „Wir sind beide geimpft.“ Auch bei ansteigenden Inzidenzen glauben sie nicht an eine Quarantäne nach der Rückreise.

Insgesamt stehen derzeit rund 100 Destinationen im Flugplan des Flughafens Stuttgart. Zum Start der Ferien haben die Airlines etliche Ziele wieder neu ins Programm aufgenommen. „Die beliebtesten Destinationen nach Passagierzahlen sind Palma de Mallorca, Istanbul, Antalya, Amsterdam, Pristina und Wien“, so Flughafensprecherin Schleicher.

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