Das Beratungscenter in der Schmidener Straße wird spätestens ab 2021 wieder in eine Filiale umgewandelt. Foto: Uli Nagel - Uli Nagel

Gute Nachricht für BW-Bank Kunden aus Münster oder aus dem Bereich Schmidener Straße. Aus den Beratungscentern werden wieder Filialen mit Schalterservice.

Bad CannstattDie Verantwortlichen der BW-Bank, eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), machten sich 2015 auf den Weg, ihrem Filialnetz landesweit eine neue Struktur zu geben. Ziel war, vor allem das traditionelle Schaltergeschäft, das stark rückläufig war, bis 2020 erheblich zu reduzieren. Zwischen den Filialen und den reinen SB-Standorten sollten auch in Stuttgart in vielen Stadtteilen und Wohnquartieren sogenannte Beratungscenter, die zudem mit SB-Automaten ausgestattet sind, installiert werden. Betroffen war unter anderem auch Münster. Dort war dann vor fast einem Jahr Schalterschluss in der BW-Bank-Filiale in der Freibergstraße. Seitdem mussten Bankkunden sich mit den SB-Automaten begnügen und Beratung vor Ort fand nur noch nach Terminabsprache statt.

Doch mittlerweile machen die Bankverantwortlichen wieder einen Rückzieher von ihrem Konzept – wenn auch nicht zu 100 Prozent. Der Grund: Nur wenige Kunden nutzten das Angebot, nach Terminvereinbarung mit einem Bankberater vor Ort in dem Beratungscenter sprechen zu können. Zudem soll es auch Kritik an dem fehlenden Filial-Service gegeben haben. „Wir haben unsere Pläne deshalb überarbeitet, stärken unsere Filialwelt wieder und investieren in persönlichen Service“, sagt Michael Horn. Auch Münster darf sich freuen: Zwar steht der Termin noch nicht fest, doch der Stadtbezirk soll 2020, spätestens 2021 wieder eine BW-Bank-Filiale erhalten. Die gleichen Pläne hat das Kreditinstitut auch für den Standort Schmidener Straße, der bereits seit November 2017 nur noch als Beratungscenter mit SB-Automaten fungiert.

Aus für Beratungscenter

Konkret bedeutet dies, dass man das eingeführte Format des Beratungscenters, dem landesweit zahlreiche Filialen geopfert wurden, nicht fortführen will. Bereits geschaffene Center werden „bis spätestens Anfang 2021“ wieder in Filialen oder aber in Selbstbedienungsstandorte mit Bankautomaten und Kontoauszugdrucker zurückverwandelt werden. Am Ende will das Unternehmen wieder 100 Filialen sowie 120 SB-Standorte unterhalten – gegenüber momentan 76 Filialen, 56 Beratungscentern und 87 SB-Standorten. Zu Beginn des Umbaus waren es noch 168 Filialen und 60 SB-Standorte gewesen.

In Stuttgart, wo die BW-Bank auch die Sparkassenfunktion hat, wird sich die Wende ebenfalls auswirken: Hier werde es künftig 33 Filialen geben und nicht wie geplant nur noch 16, kündigte OB Fritz Kuhn mit Befriedung an, der dem Aufsichtsrat der Bank vorsitzt. Momentan, gibt es in Stuttgart 25 Filialen. Demnach werden also wieder acht hinzukommen. Noch in diesem Jahr eine Filiale im Einkaufszentrum Milaneo, im Asemwald und im Stuttgarter Westen (Rotebühlstraße). „Für fünf weitere Standorte in Stuttgart – darunter auch Münster und die Schmidener Straße in Bad Cannstatt – gibt es Pläne, wieder mit einer Filiale präsent zu sein, aber noch keine Termine“, sagt Pressereferent Alexander Braun.

Laut BW-Bank sollen insgesamt rund zehn Millionen Euro zusätzlich in Personal und bauliche Änderungen investiert werden. Letzten Endes werden voraussichtlich 125 Mitarbeiter mehr im Privatkundengeschäft beschäftigt werden, als es nach dem Plan von 2015 der Fall gewesen wäre.

Bei Frank Hawel, Leiter des zuständigen Fachbereichs bei Verdi, löste die Nachricht „Freude“ aus. Man habe die BW-Bank vor Jahren gewarnt, bei der Anpassung an neue Kundengewohnheiten und neue Erfordernisse nicht übers Ziel hinauszuschießen. Er begrüße es, wenn nun nicht der Rasenmäher eingesetzt werde.

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