Auf einem Veranstaltungsschiff auf dem Neckar in Bad Cannstatt musste die Feuerwehr Wasser abpumpen. Jetzt äußert sich der Neckar-Käpt’n zu dem Vorfall.
Den Einsatz der Feuerwehr an der MS Wilhelma am Samstag erklärt Neckar-Käpt’n Jens Caspar auf Nachfrage so: Vermutlich sei durch die anhaltende Kälte ein Wasserrohr im Leitungssystem im hinteren unteren Bereich des Schiffs geplatzt. Die Feuerwehr habe Wasser ausgepumpt. Rund 100 Kubikmeter Wasser seien bis Samstagnachmittag in das Schiff gelaufen, so ein Sprecher der Einsatzkräfte. Es sind nach Angaben des Unternehmers bisher ausschließlich Auspump- und Trocknungskosten entstanden. Caspar spricht von einem Schaden im „niedrigen vierstelligen Bereich“, etwa 2000 Euro, schätzt er. Auf dem Schiff, welches verpachtet sei, hätten sich fünf bis sechs Personen vom Personal aufgehalten.
Problem: Wasserrohrbruch und ein defektes Ventil
Auf Facebook berichtet Caspar nun, dass es durch einen Wasserrohrbruch und ein defektes Ventil zu dem Wasserschaden gekommen sei und Wasser in die entsprechenden Kammern unterhalb der Passagierebene der MS Wilhelma geflossen seien. „Die Situation wurde durch die Feuerwehr Stuttgart schnell und professionell gesichert und getrocknet.“ Die geplante Fahrt am 4. Januar ist entfallen. „Die Fahrgäste wurden informiert und bekamen Gutscheine“, so Pressesprecher des Neckar-Käpt’n, Heiko Volz. „Ab dem 6. Januar sind wir wieder regulär unterwegs“, so Caspar. Gegenüber unserer Zeitung sagte der Eigner, dass die Elektrik nochmals überprüft werden soll, bevor das Schiff wieder in den Einsatz komme. Am 6. Januar ist im Zusammenhang mit dem Christmas Garden eine Glühweintour geplant.
Jens Caspar: „Es bestand keine Gefahr an Bord“
Die Feuerwehr war am Samstagnachmittag infolge des Wassereinbruchs zu einem Großeinsatz ausgerückt. Nur die Betreiber seien zu dem Zeitpunkt des Vorfalls an Bord gewesen, so die Feuerwehr. Verletzt worden sei niemand. „Es bestand keine Gefahr an Bord“, so Caspar. Gegen 16 Uhr wurde das Leck auf dem Schiff gefunden und abgedichtet, wie ein Sprecher der Einsatzkräfte mitteilte. Nachdem das Wasser abgepumpt war, sei das Schiff dem Betreiber übergeben worden.
Die Wasserschutzpolizei hat eigenen Angaben zufolge die Ermittlungen aufgenommen. Es wird bislang ein technischer Defekt angenommen. Öl oder sonstige Betriebsstoffe traten nicht aus. Die Schäden im Schiff seien soweit repariert worden, so die zuständige Polizei, aber inwieweit das Schiff damit wieder einsatzbereit sei, werde am Sonntag oder am Montag vom Wasserschifffahrtsamt entschieden. Das Ökosystem des Neckars ist ersten Erkenntnissen zufolge nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Wilhelma ist nach Angaben des Betreibers auf seiner Homepage 2020 renoviert worden und etwas über 37 Meter lang. Das Motorschiff zählt insgesamt 267 Sitzplätze für die Gäste.