Der Blick in die Ferne ist vom Fernsehturm jetzt auch über eine App möglich. Handy- und Tabletnutzer erhalten in Echtzeit zahlreiche Infos. Foto: seb Quelle: Unbekannt

Stuttgart (seb) - Der Stuttgarter Fernsehturm bietet einen fantastischen Blick über den Talkessel. Bei optimalen Bedingungen kann man das Auge sogar bis zur Schwäbischen Alb und darüber hinaus schweifen lassen. Doch wo liegt eigentlich was? Und was hat es mit so manchem Bauwerk auf sich? Mit einer App für Smartphones und Tablets, die in Echtzeit die gewünschten Informationen auf das Display liefert, hat das Rätselraten ab sofort ein Ende.

Für Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, ist die neue Anwendung „360-Grad Fernsehturm“, die gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart gestern vorgestellt wurde, ein Meilenstein in die Digitalisierung des touristischen Angebots. „Das Ziel ist es, Besucher nicht nur vor ihrer Anreise über die Landeshauptstadt zu informieren, sondern sie auch während ihres Aufenthalts in Stuttgart zu inspirieren. Sie zu animieren, vielleicht noch etwas anderes in der Region zu unternehmen. Wir wollen den Besuchern Lust auf mehr machen.“

Ein Beispiel: Einer der rund 500 000 Gäste, die in diesem Jahr auf den Fernsehturm kommen werden, blickt von der Aussichtsplattform in Richtung Innenstadt. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten beziehungsweise touristischen Attraktionen, wie das Volksfest, den Schlossplatz oder die Staatsgalerie kann er auch mit bloßem Auge erkennen, die App geht jedoch einen Schritt weiter. Sie liefert ihm gleich zahlreiche Hintergrundinfos aus 179 Städten und Kommunen in der Region. Unter anderem hat sie Öffnungszeiten und Veranstaltungstipps parat, stellt Filme und sogar historische Bilder bereit. Wirklich komfortabel ist die Anwendung: Der Nutzer muss sich nicht durch einzelne Menüs quälen, sondern blickt quasi durch ein digitales Fernrohr. Sprich, auf dem Smartphone oder Tablet wird das Bild der Kamera angezeigt und in Echtzeit werden die gewünschten Daten darüber gelegt. Je nachdem, in welche Richtung man das Display schwenkt, verändert sich die Anzeige. Auch wirtschaftliche Hintergründe und geschichtliche Leckerbissen stehen zur Verfügung: Turmbesucher erfahren etwa, dass in Ditzingen das Skiwachs erfunden wurde und Bratpfannen mit einzigartiger Nanobeschichtung aus Geislingen stammen.

Weltweit Bekannt wurde die Augmented-Reality-Technik (erweiterte Realität) durch Pokémon Go. Auf dem Empire State Building in New York und auf Londons The Shard kommen bereits ähnliche Anwendungen wie auf dem Stuttgarter Fernsehturm bereits zum Einsatz. Für Apple-Geräte ist die App ab sofort erhältlich, Android-Nutzer müssen noch bis zum 13. Oktober warten.

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