Heiß begehrter Arbeitsplatz (fürs Foto ohne Schutzmaske) in Akitanien: die Schmiede. Foto: Mathias Kuhn

Die Römer und Gallier sind im Dürrbachtal wieder los. Trotz Corona hat der Aktivspielplatz Dürrbachtal die Spielstadt Akitanien eröffnet – zum zehnten Mal.

Hedelfingen - Im Dürrbachtal haben Römer und Gallier wieder ihr Sommerlager aufgeschlagen. Seit dem ersten Ferientag hat die Spielstadt Akitanien ihre Pforten geöffnet – zum zehnten Mal. Dabei stand bis Mitte Juni gar nicht fest, ob die Römer am Dürrbach lagern dürfen. Die haupt- und ehrenamtlichen Helfer waren sich zwar sicher: „Akitanien darf nicht ausfallen, das Jubiläum muss gefeiert werden“, so Christiane Uhlke. Doch der Aufwand, die Infektionsgefahr möglichst gering zu halten, ist enorm. Normalerweise toben rund hundert junge Gallier und Römer über das Waldgelände des Aktivspielplatzes. Corona-bedingt hat die Einwohnerzahl im römisch-gallischen Dorf am Ufer des Dürrbaches dieses Jahr aber abgenommen. „Um die Abstandsregeln einhalten zu können, mussten wir eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe einrichten. Pro Gruppe dürfen wir nur 45 Kinder aufnehmen“, erklärt Alice Schnaithmann. Die Lehrerin hilft seit Jahren ehrenamtlich in Akitanien mit und gehört dem Vorstand des Spielplatzvereins an.

„Ave“, begrüßt eine junge Römerin den ausnahmsweise genehmigten Besucher mit seiner Fotokamera. Ob Besucher von außen, Gallier oder Römer von Akitanien – Hände in heißem Seifenwasser waschen und das Einreiben der Hände mit einem Desinfektionsmittel aus dem 21. Jahrhundert sind auch im römisch-gallischen Dorf des Jahres 117 nach Christi Pflicht. „Wegen der römischen Seuche“, erklärt der junge Druide Noa. Mit seinen Kollegen am Druidenstand stellt der junge Heilkundler Kräutersalze, Rosen- und Lavendelzucker her. Schräg gegenüber ist die Korbwerkstatt. Im Schatten der Bäume wird akribisch geflochten. Aus eingeweichten Weidenzweigen flechten die Mitarbeiter kunstvolle Topf- oder Tassenuntersetzer, ein Ballspiel oder ein Weidenboot. Die Kunstwerke werden am Nachmittag an Eltern versteigert.

Tag für Tag können die jungen Aki-Gäste sich für eine von elf Werkstätten entscheiden. Heiß begehrt ist die Schmiede. Unter Aufsicht von Sven Brasch, den alle in Akitanien nur als „Schmied Armenius“ kennen, werden glühend erhitzte Nägel auf dem Amboss zu Haken geschlagen. „Ganz schön anstrengend“, staunt Pepe.

Wenige Meter neben der Schmiede steht die jüngste Errungenschaft des römischen-gallischen Dorfes: ein großer Limesturm. In seinem Schatten finden – wegen Corona mit dem nötigen Abstand – auch Gladiatorenkämpfe und das Training der Legionäre statt. Wer danach Appetit auf eine Kleinigkeit bekommen hat, kann an der Taverne vorbeischauen. Im Lehmofen gegenüber werden kleine Brötchen und andere Köstlichkeiten – teilweise aus selbst gemahlenem Bio-Mehl – gebacken.

Seit gestern ist die Zeitreise im Dürrbachtal zu Ende, die zehnte Spielstadt Akitanien Geschichte. „Aber wir haben auch weiterhin ein spannendes Ferienprogramm“, wirbt Uhlke.

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