Der scheidende OB Christoph Palm eröffnet zum letzten Mal den Festzug mit den traditionellen Versen. Quelle: Unbekannt

(ae) - Wenn die Kappelbergstadt beim Fellbacher Herbst zum traditionellen Umzug einlädt, herrscht in den Gassen und Straßen Ausnahmezustand. Das war auch bei der 69. Auflage des Wein- und Erntedankfestes nicht anders. Trotz des grauen Himmels säumten am Samstag nach Polizeiangaben rund 5000 Zuschauer die Strecke.

Kurz nach 13.30 Uhr laufen die letzten Vorbereitungen - und vor allem der Abschleppdienst hat einiges zu tun, um widerrechtlich geparkte Autos entlang der Umzugsstrecke aus dem Verkehr zu ziehen. Anwohner hingegen bauen seelenruhig Bierzeltgarnituren auf oder stellen Stühle an den Straßenrand, auf denen sie es sich später mit einem Viertele Wein in der Hand bequem machen. Und die Umzugsteilnehmer - in diesem Jahr sind es 57 Gruppen, Einrichtungen und Vereine - suchen bei der Neuen Kelter ihren Platz im bunten Tross.

Auch dieses Mal haben die Organisatoren ein Motto vorgegeben. Dieses lautet: „Nächste Ausfahrt Fellbach. Sie haben ihr Ziel erreicht.“ Um dieses umzusetzen, mussten die Viertklässler der Silcherschule nicht lange überlegen, sagt Kathrin Erles. „Sie haben gleich losgebastelt.“ Und so darf die Lehrerin ihren Schülern bemalte Papiertüten überziehen oder in Gelb angestrichene Papierkartons hineinhelfen, die Stadtbahnen symbolisieren. Nicht minder kreativ haben die anderen Teilnehmer das Motto umgesetzt. Ein blaues Bobbycar mit dem Foto der künftigen Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull passiert auf einem der Festwagen ein Schild mit der Aufschrift „Einfahrt“, für Christoph Palm bleibt hingegen nur die Richtung „Ausfahrt“.

In der Kappelbergstadt ist es für den scheidenden OB einer seiner letzten Auftritte in der Öffentlichkeit. Und so darf er an diesem Nachmittag noch einmal die Arme heben und die traditionellen Verse sprechen: „Nun bringt den Wagen in die Stadt, der Wein und Frucht geladen hat - wir woll‘n zum Zug uns schließen: Und Fellbach sei des Segens wert, der da durch seine Straßen fährt. Lasst uns den Herbst begrüßen.“ Später wird er gemeinsam mit seiner ebenfalls anwesenden Nachfolgerin Gabriele Zull den Umzug begleiten. Etwa 5000 Zuschauer vermeldet am Abend die Polizei. Alles sei gut und friedlich verlaufen. Als Teil eines erweiterten Sicherheitskonzepts waren die Besucher aufgefordert worden, auf große Rücksäcke und Taschen zu verzichten. Zahlreiche Beamte säumten gut sichtbar die Strecke.

Noch ist der 69. Fellbacher Herbst nicht zu Ende. Am heutigen Montag kommen die Kleinsten zum Zug: Das Traditionsfest wird ab 18.30 Uhr mit einem Laternenumzug beschlossen.

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