Quelle: Unbekannt

Falschparker blockieren häufig die Fahrbahn, sodass die Feuerwehrfahrzeuge und die Rettungswagen an vielen Stellen gar nicht oder nur sehr schwer durchkommen.

Bad Cannstatt Ein Notruf geht in der Leitstelle ein: Ein Gebäude steht in Flammen. Jetzt muss es schnell gehen, denn jede Sekunde zählt. Feuerwehrleute und Sanitäter setzen sich in die Einsatzwagen und fahren zum Einsatzort. Doch in so mancher Straße in Bad Cannstatt ist das Durchkommen nicht so leicht. Der Grund: Falschparker blockieren die Fahrbahn, sodass die Feuerwehrfahrzeuge und die Rettungswagen an vielen Stellen gar nicht oder nur sehr schwer durchkommen.

Die Konsequenz: Es muss vorsichtig mit dem Fahrzeug rangiert oder ein Umweg zum Einsatzort in Kauf genommen werden – das kostet wertvolle Zeit. „Solche Probleme haben wir immer wieder“, sagt Udo Bangerter, Sprecher des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Viele Verkehrsteilnehmer würden beim Parken vergessen, dass nicht nur Autos die Fahrbahn nutzen, sondern auch die wesentlich breiteren Einsatzfahrzeuge. Er appelliert daher an die Autofahrer, trotz der knappen Parkplätze in vielen Stadtteilen immer so zu parken, dass die Rettungsfahrzeuge nicht behindert werden.

Noch enger wird es in vielen Straßen für die Feuerwehr. Denn Löschfahrzeuge, Drehleiter oder Gerätefahrzeuge sind 2,30 Meter bis 2,50 Meter breit. „Je nach Einsatzgebiet sind zugeparkte Straßen oder Kreuzungen auch für uns immer wieder ein Problem“, sagt Christopher Haigis von der Feuerwehr.

Aus gutem Grund steht in der Straßenverkehrsordnung (StvO): „Das Halten ist unzulässig an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen, im Bereich von scharfen Kurven, auf Einfädelungs- und auf Ausfädelungsstreifen, auf Bahnübergängen, vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten.“ Außerdem gilt: Fünf Meter vor und hinter Kreuzungen sowie Einmündungen darf nicht geparkt werden.

Wer ein Einsatzfahrzeug behindert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wenn beim Parken an engen Stellen Rettungsfahrzeuge behindert werden, beträgt die Höhe des Bußgelds 60 Euro, außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg. Wer sein Auto verbotenerweise vor oder in Feuerwehrzufahrten abstellt, bezahlt 35 Euro. Wenn es dabei zu einer Behinderung der Einsatzfahrzeuge kommt, drohen 65 Euro Geldstrafe sowie ein Punkt in Flensburg.

Besonders ärgert sich derzeit die Freiwillige Feuerwehr Münster über Falschparker. Denn rund um das Feuerwehrmagazin in der Nagoldstraße aber auch in anderen Straßen des Stadtbezirks ist die Fahrbahn blockiert. Der Grund: Autos parken vor allem in den Abendstunden viele der Straßen, Kreuzungen oder Fahrbahnen im eng bebauten Stadtbezirk zu. Aufgrund dessen kommen die Einsatzfahrzeuge oft nur schwer durch. Aus diesem Grund wurden die Feuerwehrleute bereits aktiv und haben Hinweise an den widerrechtlich abgestellten Fahrzeugen angebracht. Jedoch nur mit mäßigem Erfolg, da weiterhin überall dort geparkt wird, wo es Platz gibt – egal ob erlaubt oder nicht.

Auch an das Ordnungsamt und die Polizei hat sich die Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Münster bereits gewendet. Eine Befahrung des Stadtbezirks und verschärfte Kontrollen, insbesondere nach 18 Uhr, wurden gefordert. Abteilungskommandant Tobias Merz hat außerdem die Bezirksbeiräte auf das Problem aufmerksam gemacht.

Nun kommt langsam Bewegung in die Angelegenheit: Gemeinsam mit Mitarbeitern des Ordnungsamts sprechen die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Anfang Juli über das Thema und wollen eine Lösung finden, gegebenenfalls den Stadtbezirk gemeinsam abfahren.

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