Auf Instagram warnt Anna Walther vor dem Fake-Profil. Foto: Langner

Die Betrugsmasche mit „Promi-Klonen“ nimmt immer größere Ausmaße an. Jetzt ist auch Schönaichs Bürgermeisterin Anna Walther betroffen.

Ein Punkt und ein Unterstrich zwischen Vor- und Nachname, außerdem fehlt die Jahreszahl 2021 am Ende: Die Schreibweise ist ein wenig anders, ansonsten sieht die Fälschung (anna._walther) genauso aus wie das echte Instgram-Profil von Anna Walther (annwalther2021). Das gefälschte Profil fordert laut der Bürgermeisterin dazu auf, einer fragwürdigen WhatsApp-Gruppe beizutreten.

„Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Ich werde konsequent dagegen vorgehen, sowohl über die Plattform als auch mit einer Anzeige bei der Polizei“, sagt Anna Walther und rät dazu, achtsam zu sein, genau hinzuschauen und hellhörig zu werden, wenn beispielsweise jemand plötzlich einen anderen Kommunikationsweg vorschlägt. „Es macht mir Sorgen, dass solche Betrugsmaschen offenbar zunehmen und Erfolg haben. Umso wichtiger ist es, dass auch die Plattformen endlich mehr für die Sicherheit ihrer Nutzerinnen und Nutzer tun“, sagt die Verwaltungschefin.

Schönaichs Bürgermeisterin ist – soweit bekannt – nun also schon das vierte Rathausoberhaupt aus dem Kreis Böblingen, das innerhalb von nur drei Monaten von dieser neuen Betrugsmasche betroffen ist.

Offenbar setzen derzeit unbekannte Täter vermehrt darauf, mit Fake-Profilen von prominenten Personen unbedarfte Opfer zu unseriösen Geldgeschäften zu verleiten oder ihnen auf andere Weise ihr Geld abzuluchsen. Seit Juli tauchten von Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos, Sindelfingens neuem Oberbürgermeister Markus Kleemann und zuletzt auch von Böblingens OB Stefan Belz solche gefälschten Profile auf.

Das Phänomen ist offenbar weit verbreitet. So warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale Hessen vor „Promi-Klonen und Identitätsklau auf Social Media“, nachdem auf ein Fake-Profil von Hanaus Oberbürgermeisters Claus Kaminsky diverse weitere solcher Fälle bekannt wurden.

„Der Trick ist nicht neu“, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage. Demnach setzen Kriminelle gezielt auf bekannte Persönlichkeiten, um Vertrauen zu wecken und Seriosität vorzutäuschen. „Bekannte Namen werden verwendet, um angebliche Erfolgsstories von Produkten glaubhaft erscheinen zu lassen. Besonders häufig werden gefälschte Profile oder Promi-Zitate im Zusammenhang mit Finanzangeboten, aber auch im Bereich Gesundheits- und Lifestyleprodukte eingesetzt“, so die Verbraucherzentrale.

Vorsicht und eine gesunde Portion Misstrauen sind wohl der beste Schutz, um nicht auf die Tricks der Internetbetrüger hereinzufallen. Falls man dennoch zum Opfer von Cyber-Kriminalität wird, verweist die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg auf eine Auswahl von Online-Tools, die sie auf ihrer Seite anbietet. Ob Erpressermail im Postfach, gesperrter Account oder Betrug auf einer Secondhand-Plattform – unter www.verbraucherzentrale.de/internetkriminalitaet-notfallcheck können Betroffene eingeben, was ihnen passiert ist und erhalten am Ende eine Checkliste mit konkreten Handlungsmöglichkeiten.