Noch werden Radfahrerinnen und Radfahrer am Karl-Benz-Platz nicht gezählt. Das soll sich aber bald ändern. Foto:  

Am Karl-Benz-Platz ist nun auch eine Fahrradzählstation aufgestellt worden. Unweit des Stadtbads werden alle vorbeifahrenden Radlerinnen und Radler erfasst und auf dem Display angezeigt.

Untertürkheim - Noch wird nicht gezählt, aber die schwarze Säule mit der grünen Schrift auf dem Display fällt den Passanten auf. „Hier zählt bald Ihr Rad“ , verkündet die Anzeige. Die Stadt Stuttgart hat am ampelgesteuerten Fußgängerüberweg unweit des Untertürkheimer Stadtbads eine Radzählstation aufstellen lassen. „Die Zahl der Radfahrenden in Stuttgart nimmt stetig zu. Um dies auch mit Zahlen belegen zu können, erhebt die Landeshauptstadt mit diesen neuen Zählsäulen Daten an verschiedenen Radrouten“, sagt Ann-Kathrin Keicher von der Pressestelle der Stadt. Somit würden die Stadtplaner für die Planung umfangreichere Informationen erhalten, wie und auf welchen Routen sich die Radfahrer innerhalb der Stuttgarter Gemarkungsgrenze bewegen. Nachdem sich die fest installierte Zählstation an der König-Karl-Brücke in Bad Cannstatt bewährt hat, hat das Tiefbauamt der Stadt in den vergangenen Tagen elf weitere Radzählstationen inklusive Info-Terminale an ausgewählten Standorten errichten lassen oder ist noch dabei. Die Wahl fiel auch auf den Karl-Benz-Platz. „Der Großteil der Zählstellen wird an strategischen Punkten auf Pendlerstrecken oder auf geplanten Radrouten in den Außenbezirken aufgestellt“, erklärt Keicher. Beide Kriterien treffen auch auf die Untertürkheimer Station zu.

Beliebter Neckarradweg

Am Stadtbad mündet der beliebte Neckarradfernweg und führt über den Steg am Mercedes-Benz-Werk zum Karl-Benz-Platz. Viele Radler nehmen die Abkürzung über den ampelgeregelten Fußgängerüberweg. Zudem kommen viele Pendler und Schüler vorbei, die mit dem Rad an den Arbeitsplatz oder in die Schule oder aber zum Freibad oder über die Neckarbrücke nach Wangen radeln.

Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer wird erfasst, wenn diese über eine in den Gehweg eingelassene Induktionsschleife fahren. Induktionsschleifen erzeugen ein Magnetfeld. Viele Bauteile des Fahrrades sind aus Metall. Beim Überfahren der Schleife verändern Fahrräder, Mountainbikes und Pedelecs die Magnetfeldlinien. Diese Änderung wird analysiert und als Zählimpuls gespeichert. Radfahrer werden so in Echtzeit erfasst und am Terminal direkt angezeigt. Das Amt für Stadtplanung und Wohnen wertet diese Daten regelmäßig aus, um die Radverkehrsplanungund Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft anzupassen. Die fest installierte Radzählstation auf der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt registrierte im vergangenen Jahr beispielsweise 1 015 433 Radler.

Vom Bund unterstützt

Die Maßnahme wird im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft“ durch das Bundesverkehrsministerium unter der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ gefördert. Für den Bau, einschließlich der Herstellung der Stromanschlüsse sowie Betrieb und Wartung der elf neuen Dauerzählstationen wurden 520 000 Euro bereitgestellt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: