Eine Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin arbeitet in der Auszubildenden-Werkstatt des Schreibgeräteherstellers Montblanc. Foto: Marcus Brandt/dpa

Um die Lücke zu schließen, reicht es laut Handwerkspräsident nicht, sich auf Fachkräfte aus dem Ausland zu verlassen - auch an Schulen müssten die Perspektiven beruflicher Bildung besser vermittelt werden.

Berlin - Das Handwerk in Deutschland hat mit einem erheblichen Mangel an Lehrlingen zu kämpfen. "Ende April waren bei unseren Handwerkskammern noch knapp 40.000 offene Ausbildungsplätze gemeldet", sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich der "Rheinischen Post". Es sei schwierig für die Betriebe, genügend Bewerberinnen und Bewerber zu finden. "Besonders groß ist der Bedarf bei den Klimaberufen, also etwa bei Heizung-Sanitär-Klima, bei Elektroinstallateuren, generell am Bau, aber auch in den Lebensmittel- oder in den handwerklichen Gesundheitsberufen."

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz könne nur einen Beitrag zur Lösung des Problems leisten, sagte Dittrich. "Wir müssen uns viel stärker darauf konzentrieren, die inländischen Fachkräfte-Potenziale zu heben. Mehr Frauen müssen die Möglichkeit der Arbeit in Vollzeit bekommen. Dafür müssen wir mehr tun für die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern."

Zu viele junge Menschen brächen die Schule ohne Abschluss ab und an Gymnasien sei es "immer noch so, dass die Schülerinnen und Schüler vor allem eine Studienberatung erhalten und die Perspektiven beruflicher Bildung gar nicht vorkommen", kritisierte der ZDH-Präsident. Laut Mikrozensus gebe es derzeit rund 600.000 Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die zwar die Schule verlassen hätten, aber danach nicht in einer Arbeitsstelle angekommen oder eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium begonnen hätten. "Wo sind die geblieben? Hier muss die Politik dringend mehr hinschauen", forderte Dittrich.