Der Nürnberger Sternekoch Valentin Rottner beobachtet ein Umdenken beim Fleischverzehr. Foto: dpa/Daniel Karmann

Ist Wild das neue Schnitzel? Zumindest der Nürnberger Sternekoch Valentin Rottner und einige Kollegen sehen solche Tendenzen. Vor allem die jüngere Generation sei aufgeschlossener und fasziniert vom Nachhaltigkeitsgedanken.

Nürnberg - Viele Menschen mögen kein Wild. Sie verbinden damit schwere Wintergerichte und einen strengen Geschmack. Doch das Image wandelt sich allmählich. „Die Bereitschaft wird mehr, sich an Wild wieder ranzutrauen“, hat der Nürnberger Sternekoch Valentin Rottner beobachtet. „Die jüngere Generation ist da viel aufgeschlossener.“ Wild punkte mit Regionalität und Nachhaltigkeit und sei vielseitig verwendbar.

Ähnliche Erfahrungen hat Jonas Baumgärtner von der Kochschule „Wild Cooking“ in Blaustein (Baden-Württemberg) gemacht, die auf Wild spezialisiert ist. 40 bis 50 Kochkurse gibt er im Jahr, fast immer sind alle ausgebucht.

„Die Leute machen sich mehr Gedanken, woher ihr Fleisch kommt“, erklärt sich Baumgärtner das große Interesse. Doch das Wissen, wie Wild zubereitet werde, sei verloren gegangen. Und viele glaubten, dass das bei Wild unheimlich kompliziert sei, was aber nicht stimme.

In einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Deutschen Jagdverbands gaben 40 Prozent der 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass Wild schwieriger zuzubereiten sei als herkömmliches Fleisch. Allerdings trauen sich danach inzwischen auch mehr, Wild selbst zu kochen: Von 17 Prozent im Jahr 2017 stieg ihre Zahl auf 22 Prozent in diesem Jahr.

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