Ernährung ist ein facettenreiches und komplexes Thema, das nicht mit dem einen ultimativen Trick beherrschbar ist. Foto: pixabay

Unsere Ernährung wird wie kaum ein anderes Gebiet unseres Lebens durch sich verändernde Studien und Expertenmeinungen beeinflusst und kommentiert. Dabei ist dies natürlich gut verständlich: Gesundheit und Wohlbefinden sind sehr wohl davon abhängig, was wir essen.

Kaum jemand in Europa muss Hunger leiden und deswegen Schäden fürchten. Doch falsche und übertrieben kalorienreiche Ernährung kann sehr wohl ein Problem sein.

Kalorienüberschuss = Gewichtszunahme

Lange Zeit galt, dass vor allem der Fettgehalt entscheidet, wie gesund Lebensmittel sind. Übermäßiger Konsum fettiger Nahrung wurde mit Arterienverstopfung und anderen Herz-Kreislauf-Beschwerden in Zusammenhang gebracht. Diese Erkenntnisse gelten mittlerweile als überholt. Anhänger von low carb – Diäten sagen wiederum, dass Kohlehydrate das entscheidende Problem sind und raten dazu, vor allem proteinreich zu essen. 
Insgesamt ist es schwierig, eine genaue Ursache für Übergewicht zu identifizieren. Der entscheidende Faktor scheint hierbei jedoch zu sein, dass mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird. Der Körper speichert diesen Überschuss dann in Form von Fettdepots.
Doch die Kalorienaufnahme ist dabei nur die eine Seite der Gleichung. Durch einen bewegungsreichen Alltag und die gezielte Anwendung von Sport können Muskeln aufgebaut und der Energieverbrauch angekurbelt werden. Deswegen ist ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen maßvoller Ernährung und einem aktiven Lebenswandel wichtig für die Gesundheit.

Kalorienreduktion durch Faux Carbs

Kohlehydratreiche Ernährung enthält viele Kalorien, aber oft wenig andere Nährstoffe. Weißes Mehl, Pasta und Pizzateig sättigen und schmecken, bieten aber zu viel Energie und können bei zu hohem Konsum dick machen. Das Konzept der Faux Carbs sieht vor, dass wir einen Teil dieser Bestandteile durch Gemüse ersetzen. Dieses wird dabei so verarbeitet, dass es aussieht und sich anfühlt wie “das Original”. Die veränderte Zusammensetzung spart dabei Kalorien und enthält all die gesunden Inhaltsstoffe knackigen Gemüses. 
Bekannte Beispiele für die Umsetzung dieser Idee sind Gemüsespaghetti aus Möhren, Kohlrabi, Süßkartoffeln oder Zucchini. Auch der Spaghettikürbis ist eine leckere Alternative. Reis und Couscous können durch pflanzliche Zutaten ersetzt werden, zum Beispiel gerösteten Brokkoli.
Natürlich ist auch dieser Ansatz kein Allheilmittel, kann jedoch einen wichtigen Beitrag für eine ausgeglichene Ernährung leisten. Radikale Diäten führen eher zum Jojo-Effekt als eine umfassende Ernährungsumstellung, die auch langfristig schmeckt und das Gewicht nachhaltig beeinflusst.

Sollten wir auf tierische Produkte verzichten?

Das Hauptargument von Vegetariern und Veganern ist die Vermeidung von Tierleid. Die dichtgedrängte Haltung in Mastbetrieben ist alles andere als artgerecht. Die hygienischen Bedingungen, der Stress, mangelnde Bewegung und zuwendungsfreie Versorgung sorgt für erhebliche Defizite bei Tiergesundheit und Zufriedenheit. Durch mangelndes Beschäftigungsangebot werden die Tiere verhaltensauffällig und krank. Auch aus Klimaschutzgründen wollen immer mehr Menschen auf tierische Produkte verzichten.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht steht dem nichts entgegen. Zwar ist unsere Esskultur aus einer Fleisch essenden Gesellschaft entstanden, diese Art von Lebensmitteln war aber ursprünglich deutlich seltener. Durch das Überangebot an Fleisch, Milchprodukten und Ei sind überhaupt erst viele unserer Probleme entstanden. Wer eine Fleischmahlzeit pro Woche isst, macht nichts verkehrt, aber man kann sich auch als Veganer oder Vegetarier gesund und ausgewogen ernähren.

Fazit

Ernährung ist ein facettenreiches und komplexes Thema, das nicht mit dem einen ultimativen Trick beherrschbar ist. Unsere Gewohnheiten lassen sich zum Teil schwer ändern. Wer seinen Nahrungskonsum sanft und nachhaltig umstellt, fährt auf jeden Fall besser als bei der Verfolgung wilder Crash-Diäten.