Die VfB-Fußballerin Moesha Owens (links) ist vor Giulia Ruocco am Ball. Den Pokal musste sie jedoch der Feuerbacherin überlassen. Foto: Tom Bloch

Frauen des VfB Obertürkheim II verlieren im Finale gegen Sportvereinigung mit 2:3. Herren des SV Gablenberg unterliegen im Elfmeterschießen.

Plattenhardt - Die hochsommerlichen Temperaturen waren am Sonntag zwar vorbei, auf dem Rasen des TSV Plattenhardt ging es dennoch heiß her. Im Bezirkspokalfinale der Frauen traf der VfB Obertürkheim II auf die Sportvereinigung Feuerbach und unterlag nach starkem Auftritt mit 2:3. Noch spannender wurde es im Endspiel der Herren. Vor knapp 500 Zuschauern scheiterte der SV Gablenberg erst im Elfmeterschießen – ebenfalls gegen Feuerbach.

Am Ende rückte auf dem Plattenhardter Fußballplatz selbst die Pandemie in den Hintergrund: Kaum hatte Schiedsrichter Phillip Salver am Sonntagabend das Endspiel der Herren abgepfiffen, rannten die Feuerbacher auf ihren Pokalhelden im Tor zu und verdrängten bei ihrer Jubeltraube so ziemlich jeden Gedanken an einen Mindestabstand. Man konnte es den frisch gebackenen Pokalsiegern nicht verdenken: Ohne die Glanztat von Björn Fante hätten sie es wohl kaum geschafft, die bärenstarken Vertreter des SV Gablenberg niederzuringen.

Gablenberg dreht nach der Pause auf

Den Momenten der Euphorie war ein Pokalfinale der Extraklasse vorausgegangen – inklusive einer knappen Entscheidung im Elfmeterschießen. Dabei machte die Spielvereinigung Feuerbach anfangs nicht den Eindruck, als wolle sie das Duell mit dem SV Gablenberg in die Länge ziehen: Die Kicker von der Waldebene Ost waren beinahe durchgängig mit Rettungsaktionen beschäftigt, während die Feuerbacher Ball und Gegner dominierten. Das zahlte sich aus: In der 23. Minute fand Stürmer Amir Limani aus der zweiten Reihe eine Lücke im Gablenberger Abwehrbollwerk und verwandelte zum 1:0-Führungstreffer.

Echte Gegenwehr ließ der SV Gablenberg vor dem Seitenwechsel nicht mehr erkennen – dafür starteten die Herren in den grünen Trikots nach der Pause deutlich stärker. Zunächst scheiterten sie noch am späteren Pokalhelden der Feuerbacher, Björn Fante. Sechs Minuten vor dem regulären Spielende musste der Schlussmann dann aber den Kürzeren ziehen: Kunstvoll dribbelte sich der Gablenberger Leon Renner durch den Sechzehner, ließ mehrere Gegenspieler aussteigen und düpierte aus spitzem Winkel auch noch den Torhüter.

Ausgleich in der Schlussminute

Doch damit nicht genug: Drei Minuten später machte sich Mannschaftskollege Eric Lauble auf der linken Außenbahn auf den Weg, zog in den Strafraum und löste mit seinem Schuss zum 2:1 eine kleine Jubelorgie an der Eckfahne aus. In jedem anderen Spiel wäre das wohl die Entscheidung gewesen – nicht so in diesem Pokalkrimi: Die Männer aus Feuerbach stürmten gegen die Niederlage an und erkämpften sich in der 90. Minute eine letzte Großchance. Ein Freistoß auf der rechten Seite segelte in den Gablenberger Strafraum, wo das Spielgerät direkt auf dem Kopf des eingewechselten Johannes Bußhardt landete. Das Verlängerungsdrama war perfekt.

Auch nach 30 Minuten blieb es beim 2:2. Es schlug die Stunde des Elfmeterhelden Björn Fante: Die Schützen beider Seiten trafen, ehe der Gablenberger Schlussmann Patrick Schollbach selbst antrat und seinem Feuerbacher Konterpart aus elf Metern Entfernung in die Augen blickte. Der antizipierte richtig – und erlöste mit seiner Parade die Feuerbacher Fankurve. Mit 7:6 entschieden die Akteure der Sportvereinigung das Finalduell gegen den SVG für sich. „Schade“, konstatierte Gablenbergs Trainer Fabio Criscuolo nach Abpfiff. Vorwürfe wollte der Mann an der Seitenlinie seiner Mannschaft aber keine machen: „Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte stark gekämpft, konnten uns am Ende nur leider nicht belohnen.“

Tragisches Ende für VfB-Frauen

Viel Kampfeslust bot zuvor auch das Pokalfinale der Damen zwischen dem VfB Obertürkheim II und der Sportvereinigung Feuerbach. Ein Erfolg blieb dem Team von der Hafenbahnstraße aber ebenso verwehrt wie den Gablenbergern: Mit 2:3 (1:1) musste sich der Landesliga-Aufsteiger am Ende den Feuerbacher Titelverteidigerinnen geschlagen geben.

Ein enttäuschendes Ergebnis für die Reserve des VfB, wie Trainer Frank Wahl nach Abpfiff feststellte: „Natürlich haben wir uns von diesem Spiel mehr erhofft. Es war ein packendes Pokalfinale, leider mit dem tragischeren Ende für uns.“

2:1-Führung verspielt

Dabei sah es für die Obertürkheimerinnen lange gut aus: In den Anfangsminuten kam die Sportvereinigung kaum über die Mittellinie hinaus. Erst nach einer Viertelstunde gelang Feuerbachs Topstürmerin Lea Nagel schließlich der Befreiungsschlag. Ihr Volleyschuss zum 1:0 machte aus dem einseitigen Spiel das Pokalfinale auf Augenhöhe, das viele im Vorfeld erwartet hatten. Den verdienten Ausgleichstreffer für Obertürkheim lieferte Claudia Lopes in der 33. Minute. Nachdem Feuerbachs Schlussfrau Katja Bauer in der 52. Minuten den Ball nach einem Konter nur abprallen ließ, eröffnete Lopes mit ihrem Abstauber zum 2:1 auch die zweite Halbzeit ganz nach dem Geschmack des VfB.

Einer Vorentscheidung kam das aber nicht gleich – zumal sich bei den Obertürkheimerinnen nun der Fehlerteufel einschlich. Einen groben Schnitzer von Schlussfrau Maria Loureiro Dossant konnte die Abwehr zwar noch ausbügeln, bei einem zweiten vertändelten Ball hatten die Obertürkheimerinnen aber kein Glück mehr: Ein Feuerbacher Durchmarsch endete mit einem Strafstoß, den Tarshika Sivayoganthan sicher für die Fußballerinnen aus dem Stuttgarter Norden verwandelte. Ein formvollendeter Kopfball von Feuerbachs Wedis Gregor ließ einen Angriff später auch die letzten Obertürkheimer Titelträume zerplatzen.

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