Im vergangenen Jahr wurden in Bad Cannstatt 140 Babys mehr geboren als noch 2018. Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch - dpa/Waltraud Grubitzsch

Emilia, Sophia, Noah: So lauten Cannstatts beliebteste Namen in 2019. Auch sonst orientieren sich werdende Eltern wieder mehr an klassischen Namen und vermeiden Kurioses.

Bad CannstattIn der bundesweiten Statistik der beliebtesten Vornamen 2019 war die Sache mal wieder klar: Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld zufolge konnten sowohl Ben als auch Emma ihren jahrelangen Siegeszug fortsetzen. Das Cannstatter Standesamt vermeldete zum Jahreswechsel indes eine deutliche Verschiebung in der Gunst der Eltern: Die neuen Spitzenreiter am Marktplatz heißen Emilia und Sophia mit jeweils 16 sowie Noah mit 20 Vergaben. 2018 führten noch Emma und Leon die Hitliste an. Deutschlands beliebtester weiblicher Vorname belegte im Bezirk dieses Jahr lediglich Platz 5, Ben verpasste die Top 10 und ist erst auf Platz 13 zu finden.

Auf die zwei Erstplatzierten folgen bei den Mädchen Lina, Mila, und Emma. Bei den männlichen Vornamen bilden David, Leon, Lukas und Paul die Spitzentruppe der beliebtesten fünf. Insgesamt wurden 2019 in Bad Cannstatt 2600 Namen vergeben – eine erfreuliche Zunahme von 140 Geburten sei das im Vergleich zum Vorjahr, wie Roswitha Schmitt aus dem Standesamt zu berichten weiß. Sie ist im Cannstatter Verwaltungsgebäude für die Anmeldung der Neugeburten verantwortlich. „Auf was der Geburtenanstieg im Stadtbezirk tatsächlich zurückzuführen ist, können wir allerdings nicht genau sagen. Grund könnte auch eine Verschiebung in der Krankenhausinfrastruktur sein. Ende letzten Jahres wurde die Charlottenklinik geschlossen, eventuell treten deswegen mehr werdende Eltern den Weg in die Kreißsäle nach Bad Cannstatt an“, sagt Schmitt.

Eines kann im Standesamt allerdings ausgeschlossen werden: Kuriose Namen seien den Mitarbeitern im Laufe des Jahres keine begegnet, so Schmitt. „Allgemein geht die Vorliebe für ausgefallene Namen deutlich zurück, die Eltern sind da heute etwas zurückhaltender. Wir sind bei der Vergabe auch sehr großzügig, Namen wurden von uns schon seit Langem keine mehr abgelehnt.“ Besonders die hohe Internationalität im Stadtbezirk würde eine Prüfung ohnehin erschweren. Seit einigen Jahren ist diese in deutschen Standesämtern nicht mehr üblich, abgelehnt werden nur wenige Namen.

Während die ersten Vornamen die Eltern zu weniger Kuriositäten zu verleiten scheinen, bietet die Suche nach weiteren Namen Platz für Kreativität. So findet sich in der Rangliste der beliebtesten Zweitnamen neben den Spitzenreitern Marie und Alexander auch Ausgefallenes wie Grace bei den Mädchen oder Markcon bei den Jungen.

Ein neuer Trend fällt beim Blick auf die Cannstatter Statistik ebenfalls ins Auge: Das Jahr 2019 scheint alten männlichen Vornamen zu einer Renaissance verholfen zu haben. Acht Mal wurde der Name Karl vergeben, was ihm zu Platz 20 verhalf. 2018 war er in der Top 30 gar nicht aufgeführt.

Ein prognostizierter Trend fand weder in Bad Cannstatt noch bundesweit viele Anhänger: Entgegen vieler Erwartungen erlebte der Vorname der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg keine Hochkonjunktur. Bundesweit fiel er von Platz 28 auf Platz 30 zurück, in Bad Cannstatt sei er schon lange nicht mehr gewählt worden, erinnert sich Roswitha Schmitt.

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