Einige Eisschollen bildeten sich auf der Wasseroberfläche des Neckars. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

Die Kälte in Stuttgart lässt nicht nur die Menschen, sondern auch die Flüsse frieren. Selbst der Neckar bekam die eisigen Temperaturen zu spüren und fror zu.

Die Winterkälte hat Deutschland fest im Griff. Auch der Neckar in Stuttgart bekam die Minusgrade zu spüren. Am 7. Januar fielen die Temperaturen in der Landeshauptstadt auf minus vier Grad. Prompt fror die Oberfläche des Flusses an und es bildeten sich Eisschollen. Das seltene Naturschauspiel war am besten von der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt zu sehen.

Wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage mitteilte, gab es die letzte stärkere Eisbildung auf dem Neckar im Februar/März 2018. Damals gab es über zwei Wochen lang dauerhaften Frost mit Lufttemperaturen von bis zu minus 13 Grad Celsius. Dadurch vereiste der Neckar und die Eisschollen in den Nischen der Schleusentore verhinderten, dass diese vollständig geöffnet werden konnten. Somit ist das Schleusen ab einem bestimmten Eisgang nicht mehr möglich. Auch die Schifffahrt vermeidet das Fahren bei Eis, da dies sonst den Schiffsrumpf und die Antriebe beschädigen kann.

Im Jahr 2012 mussten Bagger das Eis aufbrechen

Komplett zugefroren war der Neckar zuletzt im Jahr 2012. Damals war der Fluss zeitweise für die Schifffahrt gesperrt. Es kamen Eisbrecher und Bagger zum Einsatz, um das Eis aufzubrechen. Die Temperatur stieg zwischen dem ersten und dem 13. Februar 2012 nie über null Grad. Dafür sank sie drei Nächte hintereinander unter minus 15 Grad. Es geht aber noch kälter in der Landeshauptstadt.

1929 gab es metertiefe Eisschichten bei minus 26 Grad

Die dickste Eisschicht auf dem Neckar gab es im Winter 1928/1929. Berge voller Schnee vor den Haustüren und komplett vereiste Straßen prägten damals die kalte Jahreszeit. Auch auf dem Neckar bildete sich eine meterdicke Eisschicht, die den Fluss bis nach Esslingen zufrieren ließ. Dort wurden in der Nacht an manchen Tagen minus 26 Grad gemessen. Solche Zustände muss diesen Winter niemand mehr fürchten. Und doch wird der eine oder andere begeisterte Schlittschuhläufer diesen Fakt sicherlich mit einem weinenden Auge hinnehmen.