Im Mittelpunkt der Diskussionen: Frankfurts Martin Hinteregger (li.), Filip Kostic. Foto: dpa/Arne Dedert

Eintracht Frankfurts Kapitän Martin Hinteregger fügt dem Theater um Filip Kostic nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart ein weiteres Kapitel hinzu.

Frankfurt - Dragoslav Stepanovic hat die turbulenten 1990er Jahre von Eintracht Frankfurt hautnah miterlebt. Als die Hessen 1992 am letzten Spieltag die Meisterschaft an den VfB Stuttgart verspielten war er ebenso dabei wie bei den späteren Berg- und Talfahrten samt so manch medienwirksamen Zwistigkeiten innerhalb des Vereins, die der Eintracht den Ruf als launische Diva einbrachten. Man könnte auch sagen: Stepanovic war einer der Mitbegründer.

Am Sonntag nun durfte „Stepi“, inzwischen 73 und der Eintracht noch immer eng verbunden, im Presseraum hautnah miterleben, wie seine Nachfolger fleißig daran arbeiteten, den Ruf als Diva vom Main aufzupolieren. Vorausgegangen war die Partie gegen den VfB (1:1), bei der aus Frankfurter Sicht die Rückkehr von Filip Kostic im Mittelpunkt stand. Kostic beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen als Streikprofi, gegen den VfB wurde der Serbe unter tosendem Applaus und Pfiffen zugleich eingewechselt und erzielte das Führungstor (79.).

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Und war auch hinterher das beherrschende Thema. In der Pressekonferenz auf seinen Mitspieler angesprochen, lobte Kapitän Martin Hinteregger Kostic zunächst als fantastischen Spieler. Um hernach kräftig gegen die anwesenden Journalisten auszuteilen. „Das Traurige ist, dass viele Medien einfach nur Schwachsinn geschrieben haben. Immer nur Halbwahrheiten. Die haben viele Frankfurter gegen Filip aufgebracht, was natürlich absoluter Blödsinn ist. Wenn sie die Wahrheit kennen würden, wäre das ganz, ganz anders.“

Hintereggers Angriff auf offener Bühne

Ein Angriff auf offener Bühne, den die Frankfurter Journalisten nicht auf sich sitzen lassen wollten. „Die Wahrheit ist, dass er einen Wechsel zu Lazio Rom erzwingen wollte und deshalb nicht zum Training erschienen ist“, konterte einer und erfuhr dafür die Zustimmung seiner Kollegen. Die Hinteregger daraufhin in einen verbalen Schlagabtausch verwickelten, den der Österreicher schließlich mit den Worten beendete: „Nur wir wissen, was wirklich war.“

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Nach außen bleibt die Angelegenheit undurchsichtig. Eintracht Frankfurt hatte der Darstellung, dass Kostic das Abschlusstraining vor dem Spiel in Bielefeld (1:1) bestreikt hatte, öffentlich nicht widersprochen. Trainer Oliver Glasner wurde am Tag nach dem Vorfall mit den Worten „ich will nicht sagen, dass das fantastisch war“ zitiert.

Glasner: Kein Denkzettel für Kostic

Nach dem Spiel am Sonntag betonte der Österreicher, dass es kein Denkzettel gewesen sei, seinen Linksaußen 59 Minuten auf der Bank sitzen zu lassen. „Filip kam erst am Donnerstagabend von der Nationalmannschaft zurück, und diese Tage sind in mentaler Hinsicht auch nicht spurlos an ihm vorbeigegangen“, erklärte der Coach. Er sieht seine Mannschaft nach dem 1:1 gegen den VfB auf einem gutem Weg. Glasner lobte den tollen Charakter seines Teams und wie es zuletzt vielen Widrigkeiten getrotzt habe.

Stepanovic lauschte den Worten aufmerksam – und wird sich wie viele andere seinen Teil gedacht haben.

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