Passant in Peking vor einer iPhone-Reklame: Stimmt, telefonieren kann man mit den Dingern ja auch. Foto: AP

Die Stuttgarter Oberärztin Regina Küper über ihre ersten Eindrücke in der 21-Millionen-Einwohner-Metropole Peking und warum die Stadt ganz anders riecht als Stuttgart.

Stuttgart/Peking - Für ein bis zwei Jahre ist die Stuttgarter Oberärztin Regina Küper mit ihren beiden Töchtern nach Peking gezogen, wo ihr Mann als Diplomat arbeitet. Wir halten Kontakt.

Frau Küper, die ersten Bilder in einem fremden Land sind ja oft die eindrücklichsten. Welche Bilder haben Sie von Peking im Kopf?

Wir sind nachts angekommen, da ging es mit dem Fahrdienst der Botschaft eine Stunde durch Hochhausvorstädte. Das war schon sehr gespenstisch, weil viele der Hochhäuser leer stehen und kaum ein Licht brannte.

Wie das?

Die werden teilweise auf Vorrat gebaut, ­teilweise sind das Spekulationsobjekte. Mein erster Eindruck von ­Peking bei Tag war, dass die Stadt überraschend bunt und grün ist, ich hätte hier nicht so viele Baumalleen erwartet. Und die Straßen sind sehr sauber, sie werden aber auch rund um die Uhr gereinigt und gefegt. Mein Mann berichtet, er habe in einem Jahr keinen einzigen Platten am Rad gehabt. Der zweite Eindruck war, dass das Handy omnipräsent ist.

Noch stärker als bei uns?

Viel stärker. Das Handy braucht man nicht nur zur Kommunikation oder beim Einkaufen – fast alle Rechnungen werden mit dem Handy beglichen. Ohne die Alleskönner-App Wechat geht hier gar nichts. Ohne Health Kit bekommt man keinen Zutritt zu öffentlichen Räumen, das Handy ist der Zugang zu Mobilität, zu urbanem Leben überhaupt. In meinem Lieblingscafé ist ein Barcode in die Tischplatte eingebrannt. Den muss man nur noch scannen, es öffnet sich auf meinem Handy die Speisekarte, man wählt aus und schickt es ab. Die Bestellung kommt dann ein paar Minuten später an den Tisch. Die Bezahlung erfolgt automatisch. Ohne dass ich dafür mit jemandem kommunizieren musste. Für meine Sprachkenntnisse ist das im Moment ziemlich hilfreich. Eigentlich sollte man sich das Ding in die Hand transplantieren lassen.

Wie riecht denn Peking?

Teilweise sehr intensiv. Das ist mir schon bei der ersten Joggingrunde durch die Stadt aufgefallen. Manchmal nimmt man je nach Windrichtung den Industriesmog wahr, aber gar nicht mal so heftig. Ein paar Meter später riecht es sehr stark nach Essen, vor allem nach Knoblauch. Und im Herbst riecht man zudem die Früchte der Ginkgobäume, was nicht unbedingt angenehm ist. Die stinken wirklich wie die Pest. Der Geruch wird auch nicht weggespült, es regnet hier vergleichsweise wenig. Insgesamt würde ich sagen: Stuttgart riecht besser.

Wie ist überhaupt das Klima?

Wie gesagt: eher trocken. Und sonnig. Wir hatten zwar sogar schon den ersten Schnee, aber das war zu dem Zeitpunkt eher ungewöhnlich. Wobei es im Winter verdammt kalt werden kann, dann pfeift ein eiskalter Wind aus der Inneren Mongolei durch die Stadt. Dafür soll es dann im Sommer tropisch-heiß werden.

Noch ein Satz zum Alleskönner Smartphone. Ich vermute, damit wird auch eifrig fotografiert.

Davon können Sie ausgehen.

Dann sollten wir darüber beim nächsten Mal sprechen.

Unbedingt.