Einbrecher schlagen oft zu, während die Bewohner bei der Arbeit sind Foto: dpa - dpa

Da aktuell viele die Weihnachtsferien nutzen, um Urlaub zu machen, sollte man vorsichtig sein. Eine Stuttgarterin berichtet von seltsamen Ereignissen einer Nacht.

StuttgartKurz nach Mitternacht klingelt es plötzlich an der Haustür. Die Seniorin Berta Hager (Name geändert) schreckt hoch. Und sie ist sich sicher: Kein Mensch, der Gutes im Schilde führt, läutet bei ihr um diese Zeit. Berta Hager wohnt in einem Mehrfamilienhaus in Untertürkheim. Alle anderen Nachbarn sind ausgeflogen, die Hauseingangstür hat sie gewissenhaft abgeschlossen. Nun ist ihr mulmig: Waren das Einbrecher an der Tür, die testen wollten, ob jemand zu Hause ist? Berta Hager geht an die Gegensprechanlage und fragt, wer vor der Tür sei. Es kommt aber keine Antwort. Das beunruhigt sie eher, als dass es ihr die Sorgen zur Geisterstunde nimmt. Herta Berger schläft wieder ein. In den Tiefschlaf war sie ohnehin noch nicht gesunken, denn bis kurz vor Mitternacht sei sie meist wach. Dann sei auch noch Licht in ihrer Wohnung zu sehen, denn sie lese abends gerne lange. Doch die Nachtruhe währt nicht lange. Um 2.29 Uhr klingelt es erneut. Dieses Mal geht Berta Hager nicht nur an die Sprechanlage, sondern schaut zum Fenster raus und ruft nach unten. Wieder keine Antwort. Nur ein Dummejungenstreich oder doch Diebe, die in ihr Haus einsteigen wollten?

„Für Einbrecher wäre das sehr ungewöhnlich“, sagt die Polizeisprecherin Monika Ackermann. „So mitten in der Nacht gehen die selten vor“, fügt sie hinzu. Meist würden die Täter zuschlagen, während die Bewohner bei der Arbeit seien. Daher gingen die Einbruchszahlen in der dunklen Jahreszeit in die Höhe, denn die Dämmerung setze ein, wenn viele noch bei der Arbeit seien. Auch sei es ungewöhnlich, dass ein Einbrecher vorher klingeln würde – das erwecke ja schließlich Aufmerksamkeit. Die Seniorin wollte nach dem zweiten Aufwachen auf Nummer sicher gehen. Sie ging runter zum Eingang und kontrollierte die Haustür – sie hatte sich nicht geirrt, sie hatte abgeschlossen. Weiter habe sich in der Nacht nichts mehr getan.

Dennoch habe sie Angst gehabt, es habe sich nicht nur um einen Dummejungenstreich gehandelt, das sogenannte Klingelputzen. „Das haben wir als Kinder auch gemacht“, fügt sie hinzu. Deswegen ruft sie am nächsten Tag die Polizei an. Freundlich, aber bestimmt habe man ihr erklärt, dass die Polizei nichts machen könne. Das hat sie etwas geärgert. Die Pressesprecherin wirbt um Verständnis: „Wir können da nicht jemanden schicken und Fingerabdrücke suchen“, sagt sie zur Entscheidung der Kollegen.

Jedoch hätte die Frau in der Nacht jederzeit den Notruf 110 wählen können, dann hätte die Polizei vorbeischauen können, ob sie Verdächtige sieht. Oder ob Jugendliche unterwegs sind, die Schabernack treiben. Auch um diese würde sich die Polizei dann kümmern – und schließlich für Ruhe sorgen.

Da aktuell viele die Weihnachtsferien nutzen, um Urlaub zu machen, sollte man vorsichtig sein und in der Nachbarschaft die Augen offen halten. „Wenn zum Beispiel plötzlich ein Auto in der Straße steht, das man nicht kennt und das ein fremdes Kennzeichen hat, sollte man aufmerksam werden“, erläutert Ackermann. Auch bei verdächtigen Wahrnehmungen dieser Art solle man die Polizei verständigen, die dann nach dem Rechten schauen würde.

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