Der Parkplatz am Naherholungsgebiet Egelseer Heide ist bei schönem Wetter an den Wochenenden schnell überfüllt. Foto: Elke Hauptmann

D er Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert, dass auch für Parkplätze an wichtigen Ausflugszielen in der Region Gebühren erhoben werden – zum Beispiel an der Egelseer Heide.

Rotenberg - D er Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert, dass auch für Parkplätze an wichtigen Ausflugszielen in der Region Gebühren erhoben werden. Als Beispiel führt Gerhard Pfeifer vom BUND-Regionalverband Stuttgart die Lage rund um das Naherholungsgebiet Rotwildpark und Bärenseen, aber auch die Egelseer Heide an. Obwohl gut mit Bussen erreichbar, seien dort die zahlreichen Parkplätze alle kostenlos und dementsprechend voll. „Parkplätze auch außerhalb der Stadtzentren nehmen viel Fläche ein und müssen unterhalten werden“, sagt Pfeifer, „die Autofahrer, die dort parken, nehmen also einen Wert in Anspruch, und ein Preis dafür wäre gerecht.“

Gut mit ÖPNV erschlossen

Rotenberg ist bei Ausflüglern beliebt: Die Grabkapelle mit ihrer wunderbaren Aussicht ins Neckartal lädt ebenso ein wie das Naherholungsgebiet mit Spiel- und Grillplatz. Die Besucher kommen vor allem mit dem Auto – zum Leidwesen der Einwohner des kleinen Ortes, die an jedem Wochenende mit halbwegs schönem Wetter dichten Kolonnenverkehr ertragen müssen. Dabei, so betont Pfeifer, sei das Gebiet mit der Buslinie 61 vom Bahnhof Obertürkheim bis Rotenberg und umgekehrt gut erschlossen, „ auch am Wochenende“. Es gebe einen Halbstundentakt und sogar einen Viertelstundentakt Sonntagmittag bis Sonntagabend im Sommerhalbjahr. „Sinnvoll wäre bei einer Parkraumbewirtschaftung, die Buslinie bis zum Parkplatz Egelseer Heide zu verlängern – etwa 800 Meter“, meint Pfeifer. Momentan endet der 61er im Ortszentrum von Rotenberg.

Neues Bewusstsein nötig

Um Ausweichverkehr auf umliegende Straßen zu verhindern, sollten entsprechende bauliche Maßnahmen wie (versenkbare) Poller oder Schranken installiert werden, schlägt der BUND-Regionalgeschäftsführer vor. „Damit könnte auch der unsägliche Schleichverkehr auf vielen, eigentlich für den Kfz-Verkehr gesperrten Straßen endlich unterbunden werden.“ Wildes Parken könne bei Bedarf mit Zäunen und großen Steinen unterbunden werden. „Generell brauchen wir endlich ein Bewusstsein, dass die Inanspruchnahme von Flächen fürs Autoabstellen – egal wo – grundsätzlich einen nicht unerheblichen ökologischen Fußabdruck verursacht. Dafür ist ein Preis gerechtfertigt“, sagt Pfeifer.

Umstieg erst, wenn es im Geldbeutel schmerzt

Vorbild ist für den BUND-Regionalgeschäftsführer Österreich, wo auch abseits der Skigebiete konsequent Gebühren fürs Parken verlangt würden. Mit diesen Einnahmen könnte laut BUND der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gefördert werden. Aus Sicht des Verbandes müsse bei der Finanzierungsfrage auch der Freizeitverkehr in der Region Stuttgart in den Blick rücken, der immerhin etwa 50 Prozent aller Fahrten ausmache. „Trotz deutlicher Steigerungen der ÖPNV-Angebote beim VVS am Wochenende kann man keine nennenswerte Verlagerung weg vom Auto hin zu Busse und Bahnen feststellen“, sagt Pfeifer. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass „der Ausflug ins Grüne mit dem Auto nicht spürbar etwas kostet.“ Deshalb müssten die Parkplätze an wichtigen Ausflugszielen „endlich nutzungsorientiert bewirtschaftet werden – sprich Parkgebühren erhoben werden“, so der BUND-Regionalgeschäftsführer. „Die Erfahrungen zeigen nämlich eindeutig: Wir können noch so viel ÖPNV anbieten, umsteigen tun die Autofahrer erst, wenn es im Geldbeutel schmerzt.“

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