Das Durchfahrtsverbotschild stand bis 9. März auf den Otto-Hirsch-Brücken. Foto:  

Es wird immer verwirrender: Auf den Otto-Hirsch-Brücken und an der B-10-Ausfahrt stehen Durchfahrtsverbotschilder für Lastwagen. An manchen Tagen sind sie durchgestrichen, dann wieder nicht.

Hedelfingen - Gilt das Durchfahrtsverbot für Lastwagen oder gilt es nicht? Pendler, die in den vergangenen 14 Tagen über die Filderauffahrt nach Obertürkheim fuhren, erlebten ein Durcheinander der Verkehrsregelung. Die Verwirrung wird jeden Tag größer. Vor zwei Wochen tauchten auf den Otto-Hirsch-Brücken und an der B-10-Ausfahrt in Hedelfingen Verkehrsschilder auf, die Lastwagenfahrern signalisierten, dass die Durchfahrt durch Hedelfingen verboten ist. Auch die Linksabbiegespur in der Kirchheimer Straße in Heumaden in Richtung Bockelstraße war auf Höhe des Hundesportplatzes mit Baken beschrankt und das LKW-Fahrverbotsschild installiert. Nur Lieferverkehr war erlaubt.

Da kurz danach die Teilsperrung des Dürrbachkreisels anstand, dachten viele an eine vorübergehende Sperrung übers Wochenende. Doch die Verbotsschilder standen in unveränderter Form auch noch am Mittwoch auf den Otto-Hirsch-Brücken und an der B-10-Ausfahrt. Ein Vertreter der Stadt teilte mit, dass die Schilder nicht nur wegen der Baustelle aufgestellt wurden. Die Beschilderung sei angeordnet worden, weil trotz des generellen Durchfahrtsverbots für Lastwagen verstärkt Mehrtonner die Filderauffahrt nutzen. Die Schilder sollten den LKW-Fahrern verdeutlichen, dass die laufende Baustelle die Durchfahrt erschwere. „Gehalten haben sich nur wenige LKW-Fahrer daran. Der Strom der Mehrtonner ist ungebremst“, sagt Paul Wurm. Der Vorsitzende des Waldheimvereins hat deswegen 2019 im Namen des Vereins ein gerichtliches Verfahren gegen eine Spedition angestrengt. Vor einer Woche dann die Kehrtwende. Plötzlich waren die Verbotsschilder auf den Otto-Hirsch-Brücken und an der B-10-Ausfahrt abgeklebt und die Baken in Heumaden auf die Seite gelegt.

Auf Nachfrage erklärt das Ordnungsamt, dass die beschriebene Beschilderung ausschließlich auf die Umbaumaßnahmen am Dürrbachkreisel zurückgehe. Da verschiedene Bauzustände ein LKW-Durchfahrtsverbot erforderten, habe die Verkehrsbehörde diese Beschilderung inklusive LKW-Umleitung angeordnet. „Die Beschilderung stand nicht im Zusammenhang mit dem stadtweiten LKW-Durchfahrtsverbot,“ teilte die Pressesprecherin der Stadt, Ann-Kathrin Keicher, nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt nun mit.

Paul Wurm, seine Mitstreiter sowie die geplagten Anwohner in Hedelfingen, Sillenbuch, Kemnat und Riedenberg beklagen sich über die Lastwagen, die nicht die besagten Stadtbezirke beliefern, sondern diese nur durchqueren und als Abkürzung nutzen. Verbotenerweise nach Meinung der Anwohner. Die Stadt und das Regierungspräsidium definieren Lieferverkehr offenbar anders. Die Verkehrsbehörde der Stadt habe anlässlich verschiedener zum stadtweiten Lkw-Durchfahrtsverbot den Vorgang dem Regierungspräsidium Stuttgart vorgelegt, so Keicher.

Dessen Prüfergebnis habe die Rechtshaltung der Landeshauptstadt bestätigt. „Danach fallen Liefervorgänge innerhalb des gesamten Bereiches der stadtweiten Lkw-Durchfahrtsverbotszone unter die beschilderte Ausnahmeregelung ’Lieferverkehr frei’. Mit den auf den Otto-Hirsch-Brücken jeweils in Richtung Hafen oder Hedelfingen angebrachten weiteren Verkehrszeichen wird keine neue ’Binnenzone’ etabliert.“ Nach Auffassung des Regierungspräsidiums lasse sich daraus nicht ableiten, dass Lieferverkehr jeweils nur bis Hedelfingen oder nur bis Hafengebiet zulässig sei.

Überraschung: Am Mittwoch gab’s dann wieder eine Verkehrsänderung. In der Kirchheimer Straße stehen plötzlich wieder Baken und ein Lkw-Verbotsschild. Dass dies mit der Sperrung des Dürrbachkreisels am kommenden Wochenende zusammenhängt, ist nicht gesichert.

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