Insgesamt 24 Kirbemädle- und -buben stemmen als Kirbe-Allstars aus den Jahrgängen 94 bis 98 die Aufgabe. Foto: Privat - Privat

Heute startet in Wangen ein dreitägiges Fest. Ein Höhepunkt ist der Umzug mit Riesentrauben und Musik. Insgesamt 24 Kirbemädle- und -buben stemmen als Kirbe-Allstars aus den Jahrgängen 94 bis 98 die Aufgabe.

WangenUm ein Haar hätte die mehr als 70-jährige Tradition der Kirbe in Wangen ein jähes Ende gefunden. „Erst vor zweieinhalb Monaten haben wir erfahren, dass sich kein aktueller Jahrgang findet“, erklärt Kay Rückert. Kurzerhand machte sich der neue Kirbevorstand mit seinem Amtskollegen Daniel Zinser auf die Suche nach Engagierten aus den vergangenen Jahrgängen, um das Traditionsfest zu retten. Denn eines war allen klar: „Es kann nicht sein, dass die Kirbe stirbt“, betont Rückert.

Seit mehr als 70 Jahren sind die 20-Jährigen aus dem Stadtbezirk seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die Aufgabe verantwortlich. Die Ursprünge reichen sogar noch deutlich weiter zurück. Historische Dokumente belegen, dass der dazugehörige Krämermarkt am Kirbesonntag schon seit 1829 stattfindet. Und das wird auch in diesem Jahr wieder der Fall sein. Denn das Interesse ist groß. Insgesamt 24 Kirbebuben und -mädle aus den Jahrgängen 1993/94 bis 1997/98 haben sich nunmehr zu den Kirbe-Allstars zusammengefunden. Doch die Zeit drängte, schließlich galt es noch viel zu organisieren. Genehmigungen mussten eingeholt, die Kirbezeitung gedruckt und verteilt, Sponsoren bekniet und am Montag und Dienstag die Birken gefällt und die grün-weiß geschmückten Wahrzeichen an die Geschäfte im Ortskern übergeben werden. Und nicht zuletzt wurde am Mittwoch auch die Kirbe ausgerufen. „Der Vorteil für uns war, dass wir alle bereits Erfahrung hatten“, sagt Rückert.

Zudem gab es aber auch große Unterstützung von vielen Seiten wie vom Bezirksamt. „Es ist schön und für den Stadtbezirk wichtig, dass die Kirbe in dieser Form stattfindet“, sagt Bezirksvorsteherin Beate Dietrich. Zwar wäre eine Kirbe durch die Freiwillige Feuerwehr, die die Hocketse seit 1973 mit dem Musikzug gestaltet, durchgeführt worden, aber „ohne Jahrgang wäre es sicher nicht dasselbe gewesen“.

Das ist nun nicht notwendig. Die Allstars übernehmen jegliche Aktivitäten des Jahrgangs: Den Auftakt macht am Freitag, 24. August, ab 19 Uhr eine Kirbedisco in der Wangener Kelter, Ulmer Straße 334. Am Samstag, 25. August, öffnet ab 8 Uhr der Krämermarkt in der UImer Straße, den die Märkte Stuttgart organisieren. Ab 11 Uhr lädt die Freiwillige Feuerwehr zum Kirbe-Café und Familientag mit reichhaltigem Essens- und Getränke-Angebot in die Kelter ein. Ab 16 Uhr unterhält der weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wangen die Gäste bei Kaffee und Kuchen. Und ab 19 Uhr können die Gäste den Abend dann beim Kirbetanz mit Kölsch- und Caipi-Bar der Allstars ausklingen lassen. Für Unterhaltung sorgt die Tanz- und Partyband Grehenberg-Express.

Der Höhepunkt erfolgt dann am Sonntag: Ab 11 Uhr treffen sich ehemalige Kirbebuben und -mädle beim Treff der Jahrgänge an der Kelter. Um 14 Uhr starten dann die aktuellen Allstars mit dem Kirbeumzug im Triftweg. Der von Anemone Rückert und weiteren Kirbeeltern selbst gemachte Riesentrauben wird durch die Wangener Straßen bis vor die Kelter getragen, wo er ganz traditionell „aufgetanzt“ wird. Der Musikzug und anschließend ab 16 Uhr die Akustik-Pop-Band Sammy Short runden den Nachmittag ab.

Aber nicht nur über die aktuelle Kirbe haben sich die Allstars Gedanken gemacht, sondern auch bereits über die Zukunft. „Im kommenden Jahr gibt es auf jeden Fall wieder einen Jahrgang“, sagt Rückert. Im Herbst sollen aber auch Gespräche über neue Konzepte und Möglichkeiten mit der Feuerwehr und dem Bezirksamt erfolgen, denn „die Kirbe darf auf jeden Fall nicht sterben“. ale

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: