Sport und die aktive Mitgliedschaft beim Turnerbund Bad Cannstatt gehören in Dietmar Seibolds Leben. Quelle: Unbekannt

Dietmar Seibold war jahrzehntelang Polizist – und dabei immer volksnah. Wir haben ihn getroffen um mit ihm darüber zu sprechen, was er aktuell so macht.

UntertürkheimE s ist nicht einfach, einen Termin mit Dieter Seibold zu vereinbaren. „Ich bin oft unterwegs, treffe mich mit Freunden und engagiere mich beim TB Cannstatt“, sagt der Cannstatter. In diesem Monat feiert er seinen 70. Geburtstag, von Ruhestand ist jedoch nichts zu spüren.

Seibold ist aktiv geblieben. Dabei hat er sowohl schwierige als auch arbeitsreiche Monate hinter sich. Vergangenes Jahr starb seine zweite Frau. Seibold hat sie fast täglich in der Heidelberger Klinik besucht. Zeitgleich hat die Modernisierung seines Hauses viel Zeit und Nerven beansprucht. „Es war anstrengend, die Handwerker zu koordinieren und deren Arbeit zudem zu kontrollieren“, sagt Seibold. Umso wichtiger waren und sind ihm die Kontakte zu Freunden und ehemaligen Kollegen, die er auch zehn Jahre nach seiner Pensionierung pflegt.

Während seiner Zeit bei der Polizei durchlief er elf Stationen, kann auf eine abwechslungsreiche Zeit und viele Erlebnisse zurückblicken. In Bad Cannstatt, Untertürkheim und zum Schluss in Feuerbach leitete er die jeweiligen Reviere. Wichtig waren ihm dabei schon damals sein Team, die Kameradschaft und der Kontakt zu der Bevölkerung. „Die elf Jahre in Untertürkheim waren meine schönsten Jahre. Ich durfte in der Zeit so viele Menschen kennenlernen, mit vielen von ihnen habe ich heute noch Kontakt“, schwärmt er.

Sport ist sein Leben

Regelmäßig nimmt er an Veranstaltungen der Weinmanufaktur Untertürkheim teil, ist mit dessen Vorsitzenden Bernd Munk befreundet und er gehört mit Konrad Jelden, dem ehemaligen Präsidenten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, mit der SWR-1-Radiomoderatorin Petra Klein und mit weiteren Weinkennern zu einem Expertenkreis, die sich immer wieder zu exklusiven Weinverkostungen treffen.

„Es freut mich aber auch, wenn mich Bürgerinnen und Bürger auf der Straße oder auf Festen und Veranstaltungen und über meine Zeit und die damalige Polizeipräsenz in Untertürkheim ansprechen.“ Seibold verkörperte für die Bürgerinnen und Bürger den Schutzpolizisten zum Anfassen, er packte mit Polizeikollegen bei der Stadtbezirksputzete mit an, schaute bei Veranstaltungen gerne nach dem Rechten, feierte mit den Bürgern und hatte dabei immer ein Ohr für deren Wünsche und Ängste. Noch immer trifft er sich regelmäßig mit den ehemaligen Kollegen aus Untertürkheim, aber auch aus Bad Cannstatt und Feuerbach.

Untertürkheim ist seine zweite Heimat geworden, für den Turnerbund (TB) Bad Cannstatt engagiert er sich jedoch bereits seit fast 50 Jahren. „Ich gehöre dem Traditionsverein bereits seit 1. April 1972 an und bin in der Männerriege aktiv“, erzählt Seibold. Man sieht Seibold seine Fitness an. „Sport war immer mein Leben“, sagt er. Regelmäßig treffen sich die Sportler zum Volleyball, um Gymnastik zu machen oder Fußball zu spielen. Es ist auch hier die Kameradschaft, die Seibold schätzt. Der Riege gehören Männer von 60 bis 80 Jahren an. Nach dem Sport wird zusammengesessen, die Geselligkeit gepflegt. Deswegen „und weil es für das Vereinsleben entscheidend ist“ war Seibold eine funktionierende Gastronomie wichtig. Mit Bedacht half er dem neuen Pächter, hält Kontakt und unterstützt ihn. „Jetzt haben wir mit dem Restaurant Flori wieder einen Treffpunkt für alle Vereinsmitglieder und Gäste von außerhalb“, stellt er zufrieden beim Termin vor Ort fest. Denn selbst zwischen den Jahren ist das Restaurant gut besucht. „Und die Terrasse ist als Biergarten im Sommer ein Geheimtipp“, so Seibold.

Früher sei er viel in der Welt herumgekommen, habe mit seinen beiden Ehefrauen fast alle Kontinente bereist. Heute sind die Landeshauptstadt und die Neckarvororte sein Mittelpunkt. Er gehört den Küblern an, ist Mitglied bei Pro Alt Cannstatt, freut sich auf die närrischen Tage und die Ausflüge und Pfingstfreizeiten mit seiner Männerriege und den Kollegen. „Ich bin fast täglich unterwegs und fühle mich wohl“, sagt Seibold.

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