Farshid Shami und Hans-Wolfgang Döttling von Foto: Sebastian Steegmüller - Sebastian Steegmüller

Die Leistungssport Schwimmen Baden-Württemberg gGmbH fördert den Verein zwei Jahre lang

Bad Cannstatt Nach der Sanierung des Mombachbads hat die Schwimmabteilung des SV Cannstatt quasi bei Null angefangen. Umso beachtlicher ist, dass sich der Nachwuchs innerhalb der vergangenen sechs Jahre an die Spitze in Stuttgart gekämpft hat. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagte Marco Schumacher, Fachwart Sport bei der Schwimmabteilung des SVC. Mittlerweile habe man drei Leistungsgruppen und konnte zuletzt acht Teilnehmer bei den deutschen Meisterschaften in Berlin vorweisen. Sie holten fünf Gold- und fünf Silber-Medaillen. Bei den württembergischen Kurzbahnmeisterschaften schafften es die SVC-Athleten gleich 40-mal auf das Siegertreppchen. „Durch gezielte Nachwuchsförderung ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, zu den stärksten Vereinen im Land zu werden und auch bundesweit für große Aufmerksamkeit zu sorgen“, so Schumacher.

Das Engagement ist auch der Leistungssport Schwimmen Baden-Württemberg gGmbH nicht entgangen – eine gemeinnützige Gesellschaft, die von den Schwimmverbänden aus Baden und Württemberg gemeinsam geführt wird. Ihr Geschäftsführer Hans-Wolfgang Döttling hat den SV Cannstatt am Freitag zum Talentstützpunkt im Bereich Schwimmen ernannt. „Das Konzept passt. Der Verein hat tolle Aufbauarbeit geleistet und unsere Kriterien für eine Förderung erfüllt.“

In den kommenden zwei Jahren erhält der SVC pro Saison jeweils eine vierstellige Summe zur Verfügung gestellt, mit der unter anderem Sichtungen und Trainingscamps durchgeführt werden sollen. „Wir haben hohe Erwartungen an die Cannstatter“, sagte Farshid Shami von der Leistungssport-gGmbH. Der Landestrainer lobte den Verein und deren Kooperationsbereitschaft. „Sie leisten gute Arbeit.“ Nicht ohne Grund stehe die Schwimmabteilung des SVC bei den Acht- bis Zwölfjährigen im Medaillenspiegel bundesweit auf Platz vier. „Unsere Ziele sind, unentdeckte Potenziale zu erkennen und Talente weiter zu fördern“, so Shami, der schon über das Jahr 2021 hinausblickt. „Sobald das Sportbad im Neckarpark fertiggestellt wird, soll die Landeshauptstadt, auch mit Unterstützung des SVC, zum Landesstützpunkt werden.“ Mit dem Kraftsportzentrum, dem Internat und den dann zur Verfügung stehenden 50-Meter-Bahnen wären in Stuttgart die Voraussetzungen geschaffen. „Heidelberg ist zwar neben Hamburg und Magdeburg bereits Bundesstützpunkt. Dennoch ist es wichtig, dass wir hier einen Landesstützpunkt etablieren. Im Raum Stuttgart ist die Vereinsdichte hoch und dennoch gehen viele Talente verloren, weil wir sie nicht fördern können.“ Damit Jugendliche nicht abwandern, müsse man ihnen ermöglichen, dass sie in der Nähe ihrer Familie trainieren können und nicht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden.

Obwohl der SV Cannstatt seine sportliche Heimat im Mombachbad in der Krefelder Straße hat, setzen auch die Vereinsverantwortlichen große Hoffnungen in das neue Sportbad im Neckarpark. „Es könnte maßgeblich dazu beitragen, Stuttgart wieder zu einer deutschen Schwimmhochburg zu machen“, so SVC-Präsident Alexander Scholz. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass es für ambitionierte Schwimmerinnen und Schwimmer keinen Grund mehr gibt, ihre Heimat zu verlassen müssen, um optimale Bedingungen vorzufinden.“

Für den SVC, aber auch den gesamten Schwimmsport in der Region Stuttgart sei die Übergabe des Schildes „Talentstützpunkt SV Cannstatt“ ein bedeutender Moment. „Unser Verein ist künftig neben Ulm einer von nur zwei solcher Stützpunkte im Land, an denen in Kooperation mit dem baden-württembergischen Schwimmverband Talente gesucht und durch fachkundige Trainer gefördert werden“ so Scholz. Dies sei umso wichtiger, da der Schwimmsport – wie viele andere olympische Disziplinen – neben König Fußball in Deutschland ein Schattendasein fristet. „Unsere Schwimmerinnen und Schwimmer, die bereits in ganz jungen Jahren erhebliche Anstrengungen auf sich nehmen, sollen bestmöglich unterstützt werden, Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: