Der Standort in der Augsburger Straße 330 ist laut Stadt für eine Schnelllade-Einrichtung geeignet. Der Bezirksbeirat hält ihn jedoch für wenig attraktiv. Foto: Mathias Kuhn - Mathias Kuhn

Der Bezirksbeirat ist gegen den von der Stadt vorgeschlagenen Standort in der Augsburger Straße, weil sie fürchten dass er nicht gut angenommen wird.

UntertürkheimDie Landeshauptstadt will ihr Netz für Elektro-Ladestationen im öffentlichen Raum stärker ausbauen. Die Nutzer von Elektroautos sollen noch mehr Standorte in den Stadtbezirken vorfinden, an denen sie ihre Fahrzeuge auftanken können, während sie einkaufen, arbeiten oder etwas anderes erledigen. Bislang gibt es rund 300 Standorte im Stadtgebiet. Damit nimmt Stuttgart zwar eine Spitzenposition unter den deutschen Großstädten ein, doch das Netz soll noch enger geknüpft werden. Ziel sind weitere 300 Ladesäulen mit jeweils zwei Anschlüssen für das Normalladen mit einer Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt – wie es diese beispielsweise bereits am Untertürkheimer Bahnhof gibt. Darüber hinaus soll aber auch eine Schnellladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Rund zehn solcher Einrichtungen mit einer Anschlussleistung von 50 Kilowatt und mehr gibt es bislang in der Landeshauptstadt. Deren Vorteil: In 20 bis 30 Minuten kann die Batterie eines E-Autos komplett aufgeladen werden. Weitere 20 dieser Schnellladestationen sollen in den kommenden zwei Jahren folgen. Die Planer haben im gesamten Stadtgebiet nach geeigneten Standorten gesucht. Bestimmte Voraussetzung müssen gewährleistet sein: Wichtig ist , dass in der Nähe ein „Trafohäuschen“ existiert. Zudem muss genügend Raum vorhanden sein. Denn die Ladeeinrichtung samt des dazu benötigten Messwandlerschranks fällt mit 1,90 Meter Höhe und etwa 1,60 Meter Breite massiver aus als die Normalladesäulen. Die Investitionskosten liegen deswegen bei 30.000 bis 50.000 Euro.

In Untertürkheim kommt laut Stadtverwaltung eine solche Schnelllade-Säule an der Augsburger Straße 330 in Frage. Am Rand des als Parkplatz genutzten Grundstücks steht ein Trafohäuschen. Zudem ist der Fußwegbereich dank der Gehwegnase breit genug.

Prinzipiell befürworteten die Bezirksbeiräte die Einrichtung dieser Schnelllade-Tankstelle. Gegen den Standort haben sie jedoch einige Bedenken. Sie fürchten, dass die Ladestation nicht gut angenommen wird. Sie liege doch zu weit vom Ortskern entfernt. Wer etwas zur Post bringen oder in den Fachgeschäften einkaufen will, müsse einige Meter bis zur Fußgängerzone zurücklegen. Dies sei wenig attraktiv. Zudem störe auch, dass die Station den Gehweg einschränke.

Die Lokalpolitiker bieten den Planern eine Alternative: Wie wäre ein Standort am Kelterplatz? Dort stehe auch ein von Schülern verschönertes Trafohäuschen. Zudem habe die Station dort den Vorteil, dass sie nur wenige Schritte bis zur Fußgängerzone, zur Stadtteilbücherei und zum Bezirksrathaus liegt. Deswegen solle die Stadt prüfen, ob der Kelterplatz sich für eine solche Schnellade-Einrichtung eignen würde.

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