Martin Dolde wünscht sich mehr Farbe und Sauberkeit im Ortskern. Foto: Mathias Kuhn - Mathias Kuhn

Die Bürger warten seit Jahren auf die Umgestaltung des Keltervorplatzes und der Inneren Ulmer Straße

WangenDie mehr als 300 Jahre alte Wangener Kelter nimmt für die Wangener eine zentrale Position ein. Vor mehr als zehn Jahren haben sie für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes im Ortskern gekämpft. Mit Erfolg. Mit seinem ortshistorischen Wissen hat Martin Dolde einen wichtigen Beitrag zu dem Erfolg geleistet und die Arbeiten an dem Fachwerkgebäude als Ortschronist begleitet. 2014 wurde die runderneuerte Kelter eingeweiht. Ein Schmuckstück. Sie sollte den Mittelpunkt des Stadtbezirks bilden. Seit fünf Jahren warten die Wangener allerdings auf weitere Schritte, dabei ist die Verschönerung des Ortskerns das zentrale Anliegen der Wangener – auch von Martin Dolde. „Unser Ortskern muss attraktiver, lebenswerter und sauberer werden“, meint er. Mit der von ihm ins Leben gerufenen Aktionsgemeinschaft Wangener Grünflächen trägt er selbst zur Verschönerung bei. Die Ehrenamtlichen säubern unter anderem Wangens Rabatten und Grünstandorte, entfernen Müll, gießen und pflegen die Pflanzen. Die Zusammenarbeit mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt sei vorbildlich. Beim Ortstermin vor der Kelter verweist Dolde auf das farbenfrohe Blütenfeld an der Ecke Ulmer-/Buchauer Straße. „Ein Hingucker und beliebter Platz, um sich auszuruhen oder ein Schwätzchen zu halten.“ Ein Bänkchen im Schatten lädt zum Verweilen ein. Ginge es nach Dolde, würde er weitere solcher Plätze schaffen. „Ich kann mir zehn weitere Sitzbänke auf städtischen Grundstücken vorstellen“, verrät Dolde einen seiner Wünsche an den Ortskern. Zum Wohlfühlen trage aber auch mehr Sauberkeit bei. Der Ortschronist ruft einerseits die Anwohner und Geschäftsleute in der Ulmer Straße auf, dass sie etwas sorgfältiger vor ihren Türen und Häusern kehren und den Müll entfernen, andererseits nimmt er auch die Stadt in die Pflicht. „Ich fordere mindestens zehn weitere städtische Papierkörbe und Mülleimer sowie einen schnelleren Ersatz, wenn die Behältnisse zerstört sind.“ Als Beweis zeigt er einen Eimer, der – mitten im Ort – seit sechs Monaten demoliert herumhängt.

Der auffälligere Schandfleck im Ortskern ist jedoch der Bereich vor der Wangener Kelter. „Da steht zu viel im Fußgängerbereich. Unkoordiniert wurde dort über Jahre alles abgestellt. Das jüngste Beispiel ist der vor kurzem aufgestellte Kleidercontainer.“ Tatsächlich verdient der Keltervorplatz den Namen Platz kaum. Der Platzcharakter, den sich die Wangener nach der Modernisierung des Fachwerkgebäudes erhofft hatten, kann – das zeigte sich auch am Maibaummarkt – kaum aufkommen. Zu viel Elemente stören: fünf Altglas- und ein Kleidercontainer, eine Telefonsäule, ein grauer Abstellbehälter für die Briefträger, zwei Aushängekästen, eine hohe Litfaßsäule, ein Briefkasten, mehrere Straßenlaternen und Pfosten für Schilder, Stellplätze für die Taxis sowie meistens noch wild an den Altglascontainern abgelagerter Müll. Wo bleibt dort noch eine Fläche, auf der sich Bürgerinnen und Bürger begegnen können?

„Wir benötigen aber eine attraktive Ortsmitte“, so Dolde. Als kurzfristige Lösung wünscht er sich, dass der vordere Kelterplatz frei geräumt wird. Er schließt sich dabei dem Vorschlag von CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo an. „Die Flaschencontainer könnte man in den Bereich des Rewe-Markts verlagern.“ Zudem dürfe es keine weiteren Eingriffe in diesen sensiblen Bereich ohne das Einverständnis des Bezirksbeirates geben. „Langfristig könnte ich mir vorstellen, dass die Stadt die niederen, alten Gebäude zwischen der Kelter und dem Weltladen erwirbt und abbricht. Dort könnte ein Funktionsplatz für die Bürger entstehen, auf dem es Platz für Taxistellplätze, E-Bikes, Glascontainer und anderes gibt.“ Der eigentliche Keltervorplatz könnte dann entrümpelt und gemäß den Wünschen der Bevölkerung umgestaltet werden. Vielleicht könnte der Bereich dann auch vom Wochenmarkt genutzt werden. „Damit könnte tatsächlich auch ein attraktiver Ortsmittelpunkt entstehen“, sagt Dolde und verweist auch auf Ideen einer Initiative, die im Rahmen der Projekte Trans Z oder Nachbarschaf(f)t Leben unterschiedliche Vorstellungen entwickelt und auch Vorschläge im Bürgerhaushalt eingestellt haben.

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