Minister Thomas Strobl und Unternehmerin Rosely Schweizer eröffnen die neue Hofbräu-Loge. Foto: Benjamin Stollenberg (z) - Benjamin Stollenberg (z)

In der ersten Volksfestwoche hat der Wasenreporter schon einiges erlebt. Feiern für den guten Zweck, Premieren, Pannen und auch traurige Nachrichten.

Bad CannstattSchon eine Woche wird 174. Cannstatter Volksfest gefeiert. Da kann man schon einmal den Überblick verlieren, fällt manches Ereignis unter den Tisch. Also lassen wir die bisherigen Tage noch einmal Revue passieren.

Am verregneten Eröffnungstag wurde beim Fassanstich-Zeremoniell auf lange Reden verzichtet, ging es sozusagen Schlag auf Schlag. Statt der Büttel, die den Start nach der Anstich verkündeten, waren die Stadtgardisten gefragt. Sie sorgten früher für Sicherheit auf dem Festplatz, beschützten das Königspaar. Ein Nachfolger gab Kraft seines Amtes den Zapfhahn frei. Unter den Gästen war auch der frühere Wasenbürgermeister Michael Föll, der ganz entspannt das Geschehen verfolgte und auch einen Tag später gleich noch einmal den Festplatz aufsuchte. „Heute ganz privat, mit Freunden.“ Sein Nachfolger feierte beim Traditionsmorgen Premiere. Tipps oder Ratschläge für den Wasenbürgermeister in spe gibt Föll keine. „Er wird es schon richtig machen.“ Der Stallgeruch fehlt allerdings. Föll ist Cannstatter, mit dem Fest aufgewachsen und bekennender Anhänger.

Auf dem Festplatz gibt es immer auch Neues. So hat Stuttgarter Hofbräu im Hofbräu-Zelt die Brauerei-Loge neu gestaltet. Zur Eröffnung kamen auch Vertreter des Hauses Württemberg. Schließlich war die Brauerei Hoflieferant. Das rote Band zerschnitten Innenminister Thomas Strobl und die Unternehmerin und frühere Landtagsabgeordnete Rosely Schweizer. Die neue Loge bietet 200 Plätze.

Feiern und auch noch für einen guten Zweck spenden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Bereits zum neunten Mal wurde im Festzelt von Michael Wilhelmer zur Wasenpirsch geladen. Knapp 700 Gäste aus Wirtschaft und Sport ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein. „Es ist vor allem eine Veranstaltung für Wirtschaftsgrößen“, führt Frederic Reinicke, der zusammen mit Andreas Stütz und Festwirt Michael Wilhelmer das Event durchführt, aus. „Es sind auch Sportler da, die schon einiges geleistet haben.“ Großes Lob richtete Reinicke auch an Sternekoch Rolf Straubinger (Burg Staufeneck). „Was der auf engem Raum hier oben zaubert, unglaublich.“ Unter anderem wurde Sushi mit Lachsforelle oder geräucherter Ingwerrettich gereicht. Der Erlös der Tombola geht an das Kinderhospiz Stuttgart. Im vergangenen Jahr kamen 11 117 Euro für die Einrichtung zusammen. Der Spaß kam nicht zu kurz. So hatte die Spielbank wieder einen Tisch aufgebaut, beim Nagelwettbewerb von Reyle-Agrar konnten Karten fürs nächste Heimspiel des VfB Stuttgart gewonnen werden oder sich an einer Fotobox auf einem Foto verewigen lassen. Reinicke: „Wir sind unheimlich stolz auf unsere Partner.“

Der große Volksfestumzug erhielt wieder sehr viel Lob. Brauchtumsexperte Wulf Wager hat ihn in bewährter Weise zusammengestellt. Mit 800 Kilometern die weiteste Anreise hatte die sorbische Trachtengruppe Seidewinkel. Der Wasenreporter hat aus der anerkannten Minderheit jedoch Sorden gemacht. Wie peinlich. Er war nicht allein. Auch durch die Lautsprecher kamen Unstimmigkeiten. Da wurde Peter Brandl als Festwirt vorgestellt, der seit zehn Jahren auf dem Wasen ist. Es sind schon 15. Einen Zahlendreher gab es im Alter der Brauerei Fürstenberg. Sie existiert seit 1283 und nicht seit 1238. „Wir haben in der Kutsche darüber geschmunzelt“, nahmen es der Festwirt und Brauereivertreter mit Humor.

Spaß hatte auch Schäfer Heinrich auf dem Volksfest. Bekannt aus der RTL-Serie „Bauer sucht Frau“ stellte er im Sonja Merz Zelt bei der Wasenparade seine neue „Hit-Single 2019“ vor. „Haus am Hühnerfrikasee“ lautet der Titel. Er war ohne Schafe angereist, aber mit Schäferstab. „Ich bin zum ersten Mal auf dem Volksfest“, gestand er hinterher beim Autogramme schreiben. „Es gefällt mir gut.“

Es gibt aber auch Trauriges. Der Wasenreporter hat erfahren, dass Manfred Popp, bekannt als Popcorn-Popp, der Jahrzehnte auf dem Volksfest vertreten war, gestorben ist. Kurz nach dem Frühlingsfest verstarb auch Martha Frey, die das Knusperhaus betrieb. Mit beiden Familien hat der Wasenreporter in den vielen Jahre einiges erlebt und darüber berichtet. Sie bleiben unvergessen.

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