Quelle: Unbekannt

Der Uhlbacher Ulrich Mang unternahm ein ungewöhnliche Tour durch den Iran. Er erlebte ein Land mit viele Facetten: antike Kulturstätten, moderne Metropolen, Berge, Meere sowie liebenswerte Menschen.

Uhlbach Faszinierende, Jahrtausende alte Kulturstätten inmitten moderner Städte, 5600 Meter hohe Berge, das Kaspische Meer, atemberaubende Landschaften, Wüsten und durchweg hilfsbereite, lebenslustige Menschen – auch zwei Monate nach Ende seiner Reise durch den Iran, schwärmt Ulrich Mang von dem Land, das zur Zeit eher negative Schlagzeilen bereitet. Mang hat schon etliche exotische Länder bereist. „Immer auf eigene Faust. Ich liste mir im Vorfeld Sehenswürdigkeiten und Ziele auf, aber die Entscheidung fälle ich immer spontan vor Ort“, sagt der rüstige 73-Jährige. Mit Bus und Bahn wollte er einen Monat das Land bereisen, einen Eindruck vom ehemaligen Persien gewinnen und vor allem mit Einheimischen in Kontakt kommen. „Lieber verpasse ich die eine oder andere Sehenswürdigkeit, bekomme dafür aber mit, wie die Menschen dort leben“, sagt der reisende Senior. Als Bergwanderer hatte er sich zu Beginn seiner Rundtour den Aufstieg auf den 5671 Meter hohen Damavand zum Ziel genommen. Der höchste Berg des Nahen Ostens liegt rund 100 Kilometer östlich von Teheran. Gleich nach der Ankunft in Teheran ging’s für den Uhlbacher mit einem Neuseeländer, zwei Bergführern mit einem Allrad-Auto an den Fuß des Vulkankegels und weiter ins 3200 Meter hohe Basislager, wo die erste Nacht verbracht wurde. „Dann wurde das Gepäck auf Mulis umgeladen und zum zweiten, auf 4200 Meter Höhe gelegenen Camp gestiegen.“ Ein Tag zur Akklimatisation war geplant, am dritten Tag startete die Vier-Mann-Expedition zum Gipfelsturm. Trotz Sommer war es um 4.30 Uhr bitterkalt. Die ersten zwei Stunden lief es optimal, schnell gewann das Quartett an Höhe. „Auf 4800 Meter Höhe streikte mein Kreislauf. Der junge Neuseeländer machte sich in seinem Tempo auf den weiteren Aufstieg, ich entschloss mich abzusteigen“, erzählt Mang. Die Tourerfahrung wolle er aber nicht missen.

Schroffer Szenenwechsel: Nach der Bergidylle verbrachte Mang die nächsten Tage in der Millionenstadt Teheran – beim Freund seines Sohns, der in Deutschland studiert und gearbeitet hatte. „Die Luft war zum Schneiden, der Verkehr atemberaubend, aber mit Ali erkundeten wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt, im Übrigen ohne jemals das Gefühl zu haben, kontrolliert zu werden“, so Mang. Im Gegenteil.

Auf der Busfahrt von Teheran zum nächsten Ziel, Täbris im Norden, kam er mit seinem Nebensitzer ins Gespräch. „Er konnte kaum Englisch, aber mit Händen, Füßen und Handy verständigten wir uns, freundeten uns an und am Tag nach der Ankunft in Tabriz stand er mit einem Auto und einem Freund vor dem Hostel und lud mich zur Sightseeingtour ein.“ Er besichtigte mit dem Uhlbacher das Felsendorf Kandovan und am nächsten Tag einen Freizeitpark. „Obwohl mein iranischer Freund sicher nicht gut betucht war, durfte ich mich nicht mit einem Essen oder Getränk bedanken“, berichtet Mang von der unglaublichen Gastfreundschaft, die er immer wieder erlebte. Nach der Weiterfahrt nach Rascht zu einem Feriendorf am Kaspischen Meer, besichtigte Mang eine Teeplantage, die Touristenattraktion Rudkan Castel, das Bergdorf Masuleh sowie Fuman.

Ob beim Teppichhändler auf dem Bazar, der ihn zum Essen einlud, an der Brücke in Isfahan, wo ein Mann Tee ausschenkte oder wenn er den Weg suchte – immer sei ihm geholfen worden. „Wenn ich meinen Foto zückte, standen die Fotografierten, auch Frauen in ihrem Tschador, lachend Modell“. Überhaupt seien die Iraner überwiegend westlich orientiert, besitzen Smartphones, moderne Bildschirme, verstehen es zu feiern, zu tanzen und den Abend zu genießen. „Tagsüber wird aber eifrig gearbeitet. Anders als auf anderen Basaren sah ich in Isfahan viele Kunsthandwerker hämmern, klopfen und ziselieren.“

Vom Norden führte der nächste Abstecher Mang mit dem Zug nach Bandar Abbas, der Stadt am Persischen Golf, genauer auf die Insel Queshm. Natürlich sprang Mang in die Fluten und hoffte bei einer Schifffahrt Delfine zu sehen. Faszinierender fand der weltreisende Senior aber Stars Valley, ein in eine Sandsteinlandschaft gegrabenes Tal mit faszinierenden Steinsäulen und auch eine Salzhöhle. Die letzte Woche seiner Reise hatte er für Isfahan, eine der Heiligen Städte des Irans, mit dem prächtigen Königspalast, dem Imamplatz und der zweistöckigen Chadschuh-Brücke, in der abends das Leben tobt, reserviert. Den Abschluss seiner Iranreise bildete eine Tour mit einem Einheimischen in die Kavir-Wüste, die unglaubliche Nacht ohne Zelt unterm Sternenhimmel und ein fantastischer Sonnenaufgang. „Das ist nur eine Facette eines faszinierenden Landes voller Gegensätze, einer reichen Kultur und mit liebenswerten Menschen, die in Frieden leben und Spaß am Leben haben wollen“, sagt Mang.

Am 17. März hält Mang im Uhlbacher Rathaus einen Vortrag über die Iranreise.

Geschichte des Irans

Der Iran gehört mit rund 80 Millionen Einwohnern zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Seine Geschichte reicht bis 3200 vor Christi zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg regierte Schah Reza Pahlewi das auch geostrategisch wichtige Land mit Unterdrückung. Seit der Revolution von 1979 und dem Sturz des Schahs ist der Iran eine theokratische Republik, die von schiitischen Geistlichen geführt wird. Der Iran hat sich seitdem zu einer wichtigen Regionalmacht im nahen Osten entwickelt. mk

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