Unterschiedliche Zielsetzungen: Während Andreas Rauscher (hinten) und der TV Obertürkheim erneut den Klassenerhalt anstreben, möchten Jan Billner und die HSG Oberer Neckar unter die ersten Drei. Foto: Strehlow - Strehlow

Der Obere Neckar will wieder vorne mitmischen – Klassenverbleib hat für die HSG Cannstatt-Münster-Max -Eyth-See und den TV Obertürkheim Priorität.

Wangen Die HSG Oberer Neckar scheiterte in der Vorsaison in der Relegation am Sprung in die Landesliga. Diese wird es in der Bezirksliga aber nicht mehr geben, da der Verband in Vorbereitung einer neuen Spielklassenstruktur ist. Wann diese dann in Kraft tritt, ist noch offen. Dennoch: „Wir wollen erneut unter die Top 3, die Qualität ist vorhanden“, weiß Coach Christian Krautberger. Vom Titelgewinn spricht er indes nicht. „Ich gehe davon aus, dass Remshalden 2 das Rennen macht. Die waren schon im Vorjahr für mich das beste Team und haben aus dem BW-Oberliga-Team noch Spieler dazubekommen.“ Darüber hinaus verlief die Vorbereitung am Oberen Neckar alles andere als vielversprechend. Grund: Neben Urlaubern und Verletzten stand den Neckarpiraten den gesamten August über ihre Heimat, die Flatowhalle, nicht zur Verfügung. „Teilweise haben wir im Freien trainiert, in der kleinen Turnhalle im Vereinsheim an der Kesselstraße oder mit allen drei Teams beziehungsweise 20 Leuten auf einer Hallenhälfte.“ Alles nicht optimal, zumal im August die Zeit sei, wo man verstärkt zum Handball greifen und am Feinschliff arbeiten würde. „Im Pokal und in der Vorbereitung hat man schon gemerkt, dass uns einige Einheiten fehlen. Doch Potenzial steckt im Team, das sicherlich auch wieder zum Vorschein kommt.“ Zudem hat man in Frank Plaumann eine weitere Alternative zwischen den Pfosten dazubekommen. Dieser ist mit einem Zweitspielrecht ausgestattet und noch für den TV Aixheim im Einsatz. „Er wird wohl die Hälfte der Spiele für uns bestreiten können.“ Ein Linkshänder ist Jannis Renner (HSG Konstanz), der aber noch Trainingsrückstand habe. Zum Auftakt am Samstag, 15. September (20 Uhr), in der heimischen Flatowhalle erwartet die HSG den SC Korb. „Eine echte Standortbestimmung, denn auch Korb schätze ich stark ein.“

Beim Aufsteiger HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See geht Joachim „Jox“ Hoffmann in seine achte Saison als Trainer. Klar sei da schon einiges eingefahren und deshalb müsse man auch neue Reize setzen, ist sich das HSG-Urgestein bewusst. Diese Veränderung während der Vorbereitung betraf das Fitnesstraining. „Acht Wochen lang haben wir mit einem Physiotherapie-Zentrum zusammengearbeitet und die Jungs einmal pro Woche in Sachen Kraft und Ausdauer auf Vordermann gebracht“, so Hoffmann. Nicht nur der Abwechslung wegen eine gute Sache, sondern auch körperlich habe man damit einen Sprung nach vorne gemacht. Denn: „Wir werden auf einige Mannschaften treffen, die uns körperlich überlegen sein werden.“ Diese Defizite müssen die HSG-Akteure „mit Spielwitz und Schnelligkeit ausgleichen“. Deshalb wurde im Angriff weiterhin an der Schnelligkeit gearbeitet. „Man kann immer noch etwas herausholen und vor allem versuchen, die Abspiele genauer zu gestalten.“ Über Zuwachs kann sich das Team zudem freuen. Mit Doppelspielrecht ist Marc Hildebrandt ausgestattet, der aus der eigenen A-Jugend kommt und dort noch spielen dürfte. Er soll auf der Mitte-Position allmählich aufgebaut werden. Jochen Frick (Team Esslingen) und Fabian Schottstädt (TS Kehl) sind erfahrener und beides Akteure, die „für Tore aus dem Rückraum sorgen können, davon haben wir nicht so viele“. Jedoch: Schottstädt ist mit einem Zweitspielrecht ausgestattet und alle Formalitäten sind noch nicht geregelt. „Ich glaube nicht, dass er uns zum Auftakt schon zur Verfügung stehen wird.“ Der Start ist am Samstag, 15. September, 20 Uhr, in der Sporthalle des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums gegen den Vorjahresdritten SV Remshalden 2. Dabei will die HSG versuchen, „die ersten Zähler auf dem Weg zum Klassenerhalt zu ergattern“. Drei Teams hinter sich zu lassen, müsste im schlechtesten Fall für den Nichtabstieg reichen.

Erstmals seit vielen Jahren geht die HSG wieder mit zwei Teams an den Start – die zweite Mannschaft wird in der Kreisliga D aufs Tor werfen und hat am 22. September ihre Auftaktpartie gegen den HC Winnenden 4.

Für Klaus Schardt bedeutet die Saison etwas Neues. Der Trainer geht zwar mit dem TV Obertürkheim bereits in seine zweite Saison, jedoch erstmals mit einer kompletten Vorbereitung unter seiner Anleitung. „In der Vorsaison wurde ich kurz vor Rundenstart verpflichtet, da blieb nicht viel Zeit für die Feinjustierung“, sagt Schardt. Diese Zeit hatte er dieses Mal. Vor allem wurde weiter am schnellen Spiel nach vorne gearbeitet. „Das Tempo hat bislang gestimmt, aber an der Genauigkeit bei den Zuspielen haperte es. Da haben wir viele Bälle hergeschenkt. In diesem Bereich scheinen wir Fortschritte gemacht zu haben“, ist sich Schardt sicher. Obwohl der TVO im Vorjahr recht locker den Klassenverbleib sicherte und am Angriffsspiel gearbeitet wurde, bleibt Schardt bei der zurückhaltenden Zielsetzung Klassenverbleib. „Wir haben sicherlich eine gute Stammformation, aber die zweite Garde hinkt zum Teil noch etwas hinterher.“ Doch die Gesamtformation hat bereits während der vergangenen Rückrunde eine Verbessserung erfahren. Mario Jerkovic (Kroatien) stieß hinzu. „Ein starker Spieler, der im Rückraum alles spielen kann, aber leider nur selten trainieren kann.“ Veränderung gab es auch im Tor. Urgestein Matthias Knörzer hat den Platz zwischen den Pfosten geräumt und aufgehört. Aus der zweiten Mannschaft ist Florian Klar aufgerückt. „Er hat gute Ansätze und erahnt häufig, wo die Bälle hinkommen.“ Zweiter Mann ist Timo Wenger, der aber nicht trainieren könne. Eigentlich sollte auch Simon Zaiß die Bälle halten. „Doch sein Rücken macht nicht mehr mit, ich denke nicht, dass er wieder spielen wird.“ Auch aufgrund der fehlenden Konstanz seines Teams zählt für Schardt vorrangig der Nichtabstieg. „Ich kann mein Team schwer einschätzen, wir sind immer noch wie eine Wundertüte. Einmal läuft es gut, dann grundlos wieder schlecht.“ Zum Auftakt am Sonntag, 16. September, 16 Uhr, bei den Sportfreunden Schwaikheim 2 hofft der TVO-Coach, dass „sich die Jungs von ihrer Sonnenseite zeigen“.
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