Die Demo der Saloniker war auch ein Testlauf für ein „Coronaübertragungsfreies-Concert-Concept“, wie Veranstalter Patrick Siben es nennt. Foto: /Sebastian Gall

Die Stuttgarter Saloniker haben für die Ausübung ihres Berufs – sie sind Künstler – protestiert. Sie fordern die Wiederaufnahme von Konzerten ab Pfingsten.

Bad Cannstatt - Das Leben nach den coronabedingten Beschränkungen nimmt langsam wieder Fahrt auf. Die Wirtschaft läuft an, Gastronomiebetriebe dürfen seit dieser Woche wieder öffnen. Für eine Branche ist es allerdings weiterhin unmöglich, wieder zu arbeiten – die Künstler. Deshalb demonstrierten gestern Vormittag die Stuttgarter Saloniker im Kurpark und forderten Auftritte ab dem 1. Juni wieder zu ermöglichen.

Organisiert hat das Ganze der Murrhardter Patrick Siben. In einem umzäunten Gelände haben Siben und seine Mitstreiter versucht, eine Konzertumgebung zu schaffen, in der das Musizieren unter freiem Himmel, mit Zuschauern nach den Corona-Verordnungen stattfinden könnte. „Coronaübertragungsfreies-Concert-Concept“ nennt er das. Die Musiker haben zueinander 1,5 Meter Abstand – sie waren extra mit Meterstäben ausgerüstet – und auch die Zuschauer (rund zehn plus weitere Zaungäste) wurden durch Markierungen auf der Wiese zum Abstand halten angehalten. Redebeiträge und musikalische Darbietungen wechselten sich während der Demonstration ab. Sibens Grundforderung dabei: „Lasst die Künstler ab Pfingsten wieder praktizieren. Wenn es in Biergärten wieder möglich ist, Bier auszuschenken, dann muss es auch möglich sein, Kultur auszuschenken.“ Immer wieder betonte Siben dabei, dass man fest an den Corona-Maßnahmen festhalte, diese allerdings dahin gehend modifizieren solle, dass Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen wieder durchführbar sind. Als Gastredner war Peter Grohmann, Mitgründer des Theaterhauses, mit von der Partie. Er forderte die Rückgabe der künstlerischen Freiheit und des Rechts auf Berufsausübung. „Wer Bauarbeiter auf unterirdischen S21-Baustellen arbeiten lässt, muss die Sänger auch wieder singen lassen. Das ist mit Abstand die bessere Idee, als Spielhallen wieder zu öffnen.“ Zudem erinnerte er daran, wie wichtig es derzeit sei, Gesicht zu zeigen, da auf anderen Demos mit dem Wort Grundrechte Schindluder getrieben würde. Man dürfe die Verfassung, die Grundrechte, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit nicht mit Gauland und Co. alleine lassen.

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