Ein deftiges und sättigendes Gericht, das aber ausgesprochen gut schmeckt – und am besten nach einem anstrengenden Wintertag zu sich genommen wird. Foto: /Weier

Der Schneefall ruft förmlich nach deftigen Gerichten aus den Bergen! Passend zur weißen Pracht verraten wir das Rezept für ein Gericht, das bei Kälte ordentlich Kraft gibt: Tartiflette. Eine Spezialität aus den französischen Alpen.

Stuttgart - Die weiße Pracht hat mich quasi gezwungen, ein weiteres Mal ein Gericht zu kochen, das ich aus den Bergen kenne. In diesem Fall aus den französischen Alpen. Mein damals siebenjähriger Sohn mühte sich im Skikurs mit einigen älteren Jungs, und am Ende lobte ihn sein Skilehrer und fügte hinzu: Allerdings müsse der leichtgewichtige junge Mann noch viel Tartiflette essen.

Bei den Franzosen ist Tartiflette so etwas wie das Pendant zu den schwäbischen Kässpätzle, vermute ich. In der Tat ist dies ein deftiges Essen, weshalb man gerne zuvor in der Kälte beim Schlittenfahren oder beim Wandern ein paar Kalorien verbrennen darf. Leider ist es im Veganuary auch nicht vegan, mir fällt auch nicht ein, wie sich die Produkte ersetzen ließen. Aber wer zumindest den Speck weglässt, erhält ein vegetarisches Gericht. Ansonsten: Speck von artgerecht gehaltenen schwäbisch-hällischen Schweinen nehmen.

PS: Inzwischen habe ich von Thomas Adam, dem Koch des veganen Restaurants Körle und Adam in Feuerbach, der mich für dieses Thema sensibilisiert hat, auch eine telefonische Nachricht erhalten, dass sowohl Sahne (wusste ich) als auch Käse (ahnte ich) und veganen Bacon – letzteres war mir neu. Aber bevor nun wieder eine Diskussion über Ersatzprodukte aufkommt, jeder hat durchaus das Recht, solche zu essen. Wer keine Schweine schlachten möchte, kann durchaus auf den rauchigen Geschmack von Speck stehen.

Die Zutaten für vier Personen

700 g festkochende Kartoffeln

1 Zwiebel

200 g gerauchter Speck

250 g Reblochon-Käse

1 EL Pflanzenöl

300 ml Sahne

Schnittlauch

Die Zubereitung

Die Kartoffeln schälen und 15 bis 20 Minuten in Salzwasser kochen. Dann mit kaltem Wasser abschrecken und in ½ Zentimeter dicke Rädchen schneiden. Speck und Zwiebeln würfeln, erst den Speck und noch kurz die Zwiebel in Pflanzenöl anschwitzen, ohne dass sie Farbe nehmen. Ein Viertel des Reblochon in der Sahne auflösen. Die Kartoffelrädchen zusammen mit dem Speck und den Zwiebeln in eine Auflaufform schichten. Dreiviertel des Käses mit der Rinde nach unten auf die Masse legen und dann mit der Sahne-Käse-Mischung übergießen. Achtung: Salz braucht dieses Gericht keines mehr. Käse und Speck genügen! Bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen für circa 25 Minuten überbacken, bis der Käse schön hellbraun ist. Auf dem Teller dann mit etwas fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Dazu gehört fast schon zwingend, wie bei den Kässpätzle, ein grüner Salat, eventuell mit ein paar Kirschtomaten. Dazu noch ein paar essbare Blumen, das macht den Teller perfekt.

Der Kochtipp

Hobbykoch
Michael Weier legt großen Wert auf die richtige Sorte der Kartoffeln, wer eine zu mehlige nimmt, macht besser einen Kartoffelstampf. Sehr gut für Tartiflette eignet sich die gute alte Sorte Annabel.

Der Weintipp

Gastgeber
Michael Weier würde am liebsten einen Chasselas aus den französischen Alpen empfehlen, nur ist es nicht leicht, diesen zu finden. Daher empfehle ich einen Gutedel (was die gleiche Rebsorte ist) von Martin Waßmer (6 Euro) aus Baden.

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