Getestete Abstriche erbringen auch in Stuttgart immer häufiger Virusmutionen als Ursache für Corona-Infektionen. Foto: dpa/Daniel Cole

Stuttgart steht mit seiner aktuellen Inzidenz gut da. Doch auch hier nehmen die Mutationen zu. Derzeit liegt ihr Anteil in der Landeshauptstadt bei 12,7 Prozent.

Stuttgart - Stand jetzt steht die Landeshauptstadt im bundesweiten Vergleich bei der Inzidenz, die hier einige Tage lang unter der Vorwarnstufe von 35 Fällen lag, „recht gut“ da, im Vergleich der Großstädte sogar „sehr gut“, sagte der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, am Montag im Sozialausschuss des Gemeinderats. Angesichts des wachsenden Anteils von Coronamutationen ist Ehehalt dennoch vorsichtig, was baldige Lockerungen angeht.

Dass sich die Coronavarianten, insbesondere die britische, auch in der Landeshauptstadt recht schnell ausbreiten, ist für den Amtsleiter ausgemacht. Von den 408 derzeit in Stuttgart aktiven Corona-Infektionen gehen 52 auf das Konto von Mutationen, das sind 12,7 Prozent, 47 sind britischer Herkunft. „Der Anteil steigt“, sagt Stefan Ehehalt. Vor drei Wochen lagen die Virusvarianten noch bei einem Prozent der Proben. Und man habe mit dem Nachweis der als besonders ansteckend geltenden Coronaviren „erst begonnen“, so Ehehalt. Trotz des Lockdowns steige der Anteil der Mutationen.

309 Menschen sind bisher gestorben

Bis am Montag wurden seit Beginn der Pandemie 18 349 Corona-Infektionen festgestellt, die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 36,5 Fällen pro 100 000 Einwohner. Seit dem Vorjahr sind in Stuttgart 310 Menschen mit oder an dem Coronavirus gestorben.

Die Reproduktionszahl R liegt laut Stefan Ehehalt in Stuttgart derzeit bei 0,8, rein rechnerisch geben fünf Infizierte das Virus an vier Leute weiter. Bei einer wachsender Verbreitung der Mutationen und einer höheren Mobilität der Menschen werde die Reproduktionszahl aber wieder über eins steigen, ist Stefan Ehehalt überzeugt. „Dann wird es wieder ein exponentielles Wachstum geben.“ Das mache die Lage derzeit so schwierig. Der Gesundheitsamtsleiter appelliert an die Bürger, ihr Sozialkontakte weiter möglichst gering zu halten, „sonst kommt es zu einer dritten Welle“.

Bessere Lage in den Altenpflegeheimen

Verbessert hat sich die Lage in den Altenpflegeheimen, wo man derzeit noch 72 aktive Infektionsfälle in zehn Heimen hat, 13 sind Beschäftigte. An 23 Schulen hat man seit Jahresbeginn Corona-Infektionen registriert, darunter 25 Schüler, drei Lehrer und sechs andere Beschäftigte. In Kitas waren es in 37 Einrichtungen 40 Infektionen bei Erzieherinnen, 15 bei Kindern. Relativ hoch ist im Vergleich zur ersten Coronawelle die Sterblichkeit, die bei zwei Fällen auf 100 Infizierte liegt (erste Welle: 1,1), sechs Prozent der Betroffenen müssen ins Krankenhaus.

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