Untersuchungen im Landesgesundheitsamt. Foto: dpa/Marijan Murat

Erstmals ist auch in Stuttgart die als besonders ansteckend geltende Südafrika-Variante B.1.351 des Coronavirus nachgewiesen worden. Ein Ehepaar wurde nach der Rückkehr aus Südafrika positiv getestet.

Stuttgart - In Stuttgart ist zum ersten Mal die sogenannte Südafrika-Variante des neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Typ B.1.351 ist eine Mutation des herkömmlichen Virus. Entdeckt wurde er bei einem Ehepaar, das aus Südafrika nach Baden-Württemberg eingereist ist. Laut dem Gesundheitsamt Stuttgart seien dies die beiden ersten bestätigten Fälle dieser neuen Virusmutation in der Landeshauptstadt.

Nach Angaben des Gesundheitsamts war das Paar Anfang Januar von einem Aufenthalt in Südafrika nach Stuttgart zurückgekehrt. Bereits vor der Abreise aus Südafrika und direkt nach der Einreise nach Deutschland seien PCR-Tests gemacht worden – beide Male mit negativem Ergebnis. Nach der Einreise habe sich das Paar pflichtgemäß in Quarantäne begeben. „Im Verlauf entwickelten beide Eheleute milde Krankheitssymptome“, heißt es im Bericht des Gesundheitsamts weiter. „Folglich sind die beiden abermals getestet worden. Das Ergebnis fiel positiv aus.“

Die Mutationen des Coronavirus gelten als besonders ansteckend

Die Untersuchungen im Labor des Landesgesundheitsamts ergaben, dass der nachgewiesene Erreger aufgrund typischer Mutationen der Linie B.1.351 zugeordnet werden könne – also eben jener Variante, die zuerst in Südafrika identifiziert wurde. In Europa und auch in Deutschland existieren derzeit vor allem zwei relevante Virusvarianten, die hierzulande bislang vereinzelt nachgewiesen wurden: die Variante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien aufgetaucht ist, und die Variante B.1.351, von der aus Südafrika berichtet wurde. Beide Mutationen sollen nach derzeitigen Erkenntnissen ansteckender sein als das bisherige Virus.

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Die Corona-Variante B.1.351 ist mittlerweile in zahlreichen Ländern nachgewiesen. Sie zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das sogenannte Spike-Protein des Virus verändern. Dieses Eiweiß nutzt das Virus, um sich an die Körperzellen anzuheften und schließlich in sie einzudringen. Ebenfalls im Blickpunkt steht auch die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7. Laut dem baden-württembergische Landesgesundheitsamt sind beide Virusvarianten seit Ende Dezember im Südwesten in mehreren Kreisen vereinzelt nachgewiesen worden. Bislang bestehe in allen Fällen Zusammenhang mit Reisen aus Großbritannien oder Südafrika.

Stuttgarter Gesundheitsamt warnt vor erhöhter Ansteckungsgefahr

Stefan Ehehalt, der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, warnte deshalb am Sonntag eindringlich: „Die Virusmutationen beobachten wir mit Sorge. Bislang lässt sich nur schwer abschätzen, welche Krankheitsverläufe die neuen Varianten nehmen. Aber die Statistiken in den Ursprungsländern zeigen, dass sie sich schneller übertragen. Umso wichtiger ist daher, dass die Corona-Regeln – allen voran die Kontaktreduktion sowie die Abstands- und Hygieneregeln – jetzt besonders sorgfältig und gewissenhaft eingehalten werden.“

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