Das tägliche Leben läuft auf Sparflamme und trotzdem ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach wie vor hoch. Viele Stuttgarter fragen sich, warum. Jetzt hat sich der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, in einem Video geäußert.

Stuttgart - Seit einem Monat befindet sich ganz Deutschland wieder in einem harten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Auch in Stuttgart bleibt der Einzelhandel seither ebenso geschlossen wie Friseure, Unterricht findet aus der Ferne statt, Kitas sind dicht. Tagsüber gilt im Südwesten eine Ausgangsbeschränkung, nachts lässt diese nur wenige Ausnahmen zu. Gastronomiebetriebe mussten sogar schon im November ihre Gasträume schließen. Kein Wunder also, dass sich viele Stuttgarter fragen, warum die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach wie vor so hoch ist.

Hinzu kommt die Furcht vor Mutationen des Virus und den damit einhergehenden Folgen. Stefan Ehehalt, der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, hat am Freitag zur aktuellen Lage Stellung bezogen und erklärt, warum er die Hoffnung trotzdem nicht verliert.

Das sind die Zahlen für Stuttgart

„Die Fallzahlen sind momentan nicht so niedrig, wie sie sein müssten. Zwar ist die Inzidenz niedriger als vor dem Lockdown, aber unser Ziel ist bei Weitem nicht erreicht – nämlich unter die Eingriffsstufe von 50 und die Vorwarnstufe von 35 zu kommen“, sagt Ehehalt.

Hier werden die aktuellen Daten zur Pandemie laufend aktualisiert

Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt am Freitag (Stand 0 Uhr) bei 118,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Seit Angang März haben sich insgesamt 16.355 Personen mit dem Coronavirus infiziert, 756 in den letzten sieben Tagen. 197 sind an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Mutationen bereiten Sorge

Laut Ehehalt würden derzeit etwa ein Drittel der Infizierten-Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen – wie Alten- und Pflegeheimen – verzeichnet. Ansteckungen fänden auch im beruflichen und privaten Umfeld statt. Deshalb zähle weiterhin, die sozialen Kontakte nach Möglichkeit zu reduzieren. Besorgt schaut der Leiter des Gesundheitsamts auch auf die in Baden-Württemberg aufgetauchten Mutationen des Virus: An Weihnachten war erstmals die Mutation aus Großbritannien nachgewiesen worden, vor wenigen Tagen hat auch die Mutation aus Südafrika den Südwesten erreicht.

„Dass Viren mutieren, ist an sich nichts Ungewöhnliches, sondern eigentlich etwas Erwartbares. Allerdings ist immer die Frage, wie sich Ansteckungs- und Krankheitsverlauf der Mutationen entwickeln“, sagt Ehehalt. Bei den jetzt bekannten Mutationen scheine der Krankheitsverlauf unverändert gleich zu bleiben, aber die Ansteckungsfähigkeit habe deutlich zugenommen. Das bereite Sorgen.

Warum der Amtsleiter trotzdem zuversichtlich ist und welche zwei Dinge ihm besonders viel Hoffnung geben, erzählt er im Video.

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