In den USA steigen die Corona-Fälle weiter rasant. (Symbolbild) Foto: dpa/Wang Ying

Mit aktuell mehr als 50.000 Neuinfektionen pro Tag steuern die USA offenbar unaufhaltsam auf immer neue Rekorde in der Corona-Krise zu. Fünf Millionen Fälle sind mittlerweile im Land bestätigt, damit sind die USA weltweit Spitzenreiter.

New York - In den Vereinigten Staaten hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle die Marke fünf Millionen überschritten. Den traurigen Rekord verzeichnete die Johns Hopkins University am Sonntag. Nirgendwo sonst auf der Welt haben sich so viele Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt.

Die Zahl der tatsächlichen Fälle in den USA dürfte nach Ansicht vieler Gesundheitsexperten etwa zehnmal höher liegen, bei fast 50 Millionen. Als Grund dafür werden einerseits die beschränkten Testmöglichkeiten genannt. Andererseits verläuft ein Großteil der Infektionen mild, daher werden viele Erkrankungen nicht gemeldet oder nicht erkannt. 40 Prozent aller Infizierten beobachten keine Symptome.

Viele Bürger verweigern Schutzmaßnahmen

In den USA stecken sich pro Tag derzeit etwa 54.000 Menschen mit dem Virus an. In der zweiten Julihälfte lag der Tageswert bei über 70.000. Zwar ist dieser nun wieder gesunken, aber in fast 20 US-Staaten steigt die Zahl der Neuinfektionen und in fast allen die Zahl der Todesopfer. Viele Amerikaner weigern sich, Mund- und Nasenschutz zu tragen und Abstand zu Sozialkontakten zu halten.

Was die Zahl der Opfer nach einer Infektion angeht, so stehen die USA ebenfalls an der traurigen Spitze: Mehr als 160.000 an Covid-19 erkrankte Menschen sind gestorben. Zum Vergleich: Die europäischen Länder haben als Ganzes gesehen mehr als 207.000 bestätigte Corona-Opfer verzeichnet, so geht es aus den Daten von Johns Hopkins hervor.

US-Präsident Donald Trump hat die Reaktion seines Landes auf die Krise verteidigt und China verantwortlich gemacht, wo das Virus erstmals auftrat. Er hat außerdem gesagt, die Zahl der Infizierten in den USA sei so hoch, weil es so viele Tests gebe. Als das Coronavirus zuerst in den Staaten auftrat, taten Trump und seine Unterstützer es als „Schwindel“ ab oder erklärten, es werde bei warmem Wetter schnell wieder verschwinden. Einmal schlug Trump vor, die Injektion von Desinfektionsmittel könne vielleicht helfen - später sagte er, das sei ein Scherz gewesen.

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