Haustiere wie Katzen spielen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus. (Symbolfoto) Foto: dpa/Martin Gerten

Alkoholvergiftungen und Verbrennung bei Haustieren können die verheerenden Folgen von menschlicher Vorsicht im Übermaß sein. In Frankreich mehren sich die Anfragen von Haustierbesitzern, die ihre Hunde und Katzen wegen Corona desinfizieren wollen.

Stuttgart/Paris - Gründliche Hygienemaßnahmen wie Hände waschen und desinfizieren sind während der Corona-Pandemie das A und O. Es gibt aber Menschen, deren Genauigkeit weit über das nötige Maß hinausgeht. In Frankreich mehren sich die Anfragen von Haustierbesitzern, die ihre Hunde und Katzen desinfizieren wollen, wie die Neue Westfälische berichtet. Die bezieht sich auf den Sender FranceBleu.

Dort erzählt Veterinärin Charlotte Piquet, dass sie derzeit Anfragen erreichen, ob es richtig sei, seinen Hund mit Eau de Javel zu reinigen. Die wässrige Natriumhypochloritlösung ist ein Bleichmittel, das wegen seiner desinfizierenden Wirkung in französischen Krankenhäusern und Privathaushalten zum Einsatz kommt. Nach dem Spaziergang wollen einige Besitzer ihre Haustiere desinfizieren. Wie zahlreiche Veterinäre erklären, sei dies völlig falsch, Tiere dürften keinesfalls mit ätzenden Substanzen in Kontakt kommen.

Gesundheit von Tieren wird aufs Spiel gesetzt

Es soll jedoch bereits Fälle geben, bei denen Katzen mit Desinfektionsgel eingerieben wurden. Durch das Ablecken hätten sie eine Alkoholvergiftung bekommen und seien ins Koma gefallen. Verbrennungen auf der Haut sollen bei Hunden und Katzen durch Desinfektionsmitteln ausgelöst worden sein. „Wascht Eure Tiere nicht mit ätzenden Mitteln!“, so der eindringliche Appell von Charlotte Piquet und ihren Kollegen.

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen. Dass sich Haustiere hingegen bei Menschen anstecken könnten sei nicht komplett auszuschließen. Eine Verbreitung im Körper und eine Ausscheidung des Virus seitens der Tiere würde nicht automatisch eine Infektion bedeuten.

Das Institut empfiehlt, generell Hygieneregeln gegenüber den Lieblingen einzuhalten, insbesondere für Infizierte ist das aber besonders wichtig. Zu enger Kontakt sei zu vermeiden, genauso wie das Tier anzuniesen oder sich durch das Gesicht lecken zu lassen. Personen in Quarantäne sollten sich an jemanden außerhalb ihres Haushaltes wenden, der bei der Pflege des Tieres unterstützen kann, zum Beispiel beim Gassi gehen.

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