An diesem Sonntag bedanken sich Kinder bei ihrer Mutter. Foto: pa/Karl-Josef Hi/ldenbrand

Muttertag heißt: Danke sagen. Dafür gäbe es 2020 besonders viele Gründe. Aber in diesem Jahr muss anders gefeiert werden.

Stuttgart - Die Ursprünge des Feiertags liegen in der US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war das Fest zu Ehren der Mütter am zweiten Maisonntag in den USA etabliert. Was davon in den 1920er Jahren in Deutschland ankam, war allerdings erbärmlich: Der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber machte den Gedenktag schlicht zum „Tag der Blumenwünsche“. Die Nationalsozialisten rückten ab 1933 zwar wieder die (vor allem kinderreichen) Mütter ins Zentrum. Aber zur weiblichen Emanzipation passte ihre Idee arischer Reproduktionsmaschinen nicht. Und seinen kommerziellen Charakter ist das Fest schließlich auch nie mehr losgeworden. Muttertag: Das ist bis heute ein Tag, an dem nicht nur Kinder ihre Mütter feiern, indem sie Eigenes backen oder basteln, sondern es ist auch eine kommerzielle Großveranstaltung vor allem für Floristen, Konditoren, Pralinenhersteller und Gastronomen.

2020 sind große Familienfeste oder Restaurantbesuche allerdings nicht drin. Kein Spargelessen im Gasthof um die Ecke, kein Ausflug mit Cousins und Cousinen. Im Jahr der Corona-Krise sind neue Formen des Miteinander-Feierns gefragt. Neue Ideen, um den zurzeit ganz besonders geforderten Mütter zu danken: für die Energie, mit der sie Kleinkindbetreuung und Homeschooling bewältigen, ja oft sogar noch mit dem eigenen Homeoffice unter einen Hut bringen; für die Kreativität, mit der sie ihre Familie die gefühlte Quarantäne-Situation vergessen lassen; für ihre Bereitschaft, immer wieder über die eigenen Grenzen hinauszugehen. Wir haben ein paar Vorschläge für Muttertags-Geschenke in Zeiten der Corona-Krise zusammengestellt und dabei auch an jene älteren Mütter gedacht, die in Seniorenheimen wohnen und an diesem Sonntag sicher besonders unter den Besuchs-Beschränkungen leiden. Alles Gute zum Muttertag!

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