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Bereits vor der Ausbreitung von Covid-19 im vergangenen Jahr hatten es Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister nicht leicht: Die traditionellen Kreditinstitute befanden sich mitten im digitalen Strukturwandel, während ihnen junge Fintech-Unternehmen immer mehr Konkurrenz machten.

Doch spätestens seit Ausbruch der Pandemie ist fast nichts mehr, wie es war: Bargeldloses Zahlen ist zum Standard geworden, Beratungsgespräche finden überwiegend online statt und digitales Banking wird ebenfalls zur Norm.
 

Bezahlen ohne Münzen und Banknoten 

Das Coronavirus hat die Deutschen zur Einschränkung ihrer sozialen Kontakte und zum Abstandhalten gezwungen. Als Folge zahlen sie in der Drogerie, im Supermarkt oder an der Tankstelle immer öfter kontaktlos. 
Wie eine unlängst erschienene, repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, bezahlen 79 Prozent der Befragten lieber mit der EC-Karte, dem Smartphone oder der Smartwatch statt in bar. Die meisten nutzen dazu ihre EC- oder Kreditkarte, allerdings holen Handy und die intelligente Armbanduhr auf: 39 Prozent der Befragten haben im Zeitraum von September bis November letzten Jahres mindestens einmal auf diese Weise ihre Rechnung beglichen. War das Zücken des Smartphones an der Kasse vor nicht allzu langer Zeit noch ein exotischer Anblick, ist diese Zahlungsweise heute auf dem Weg zur Norm.
 
Möglich wird das durch die NFC-Technologie: Die meisten Debit- und Kreditkarten sind mittlerweile mit einem NFC-Chip versehen, der das Bezahlen durch einfaches Hinhalten ans Lesegerät möglich macht. Bei Smartphones und Smartwatches funktioniert das mithilfe von Diensten wie Apple Pay, Google Pay oder den Apps verschiedener Banken und Sparkassen.

Ansteckungssichere Beratung per Video

Durch die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen mussten Banker und Finanzdienstleister schnell umdenken, um ihr beratungsintensives Geschäft weiter betreiben zu können. Dieser Umstand verhalf der Videoberatung innerhalb weniger Wochen zum Durchbruch. Ob die Deutsche Bank, die Allianz Versicherungen oder der Finanzdienstleister tecis: Sie alle nutzen mittlerweile das Netz für den Kontakt zu ihren Kunden.
 
Das Prozedere ist bei allen Anbietern ähnlich. Wenn beispielsweise ein Kunde von tecis eine Videoberatung wünscht, teilt er dies dem Unternehmen kurz über ein Kontaktformular auf der tecis-Website oder per Telefon mit. Daraufhin erhält der Beratungskunde eine E-Mail mit einem Link. Klickt er diesen zum vereinbarten Termin an, wird über ein Browserfenster der Kontakt hergestellt, und Berater sowie Kunde sitzen sich im virtuellen Raum an ihren digitalen Endgeräten gegenüber. Während der Finanzberatung ist es möglich, Dokumente an den Bildschirmen zu teilen. Etwaige Abschlüsse werden direkt per E-Signatur getätigt. 


Beschleunigte Digitalisierung durch Covid-19

Die Coronakrise hat die Finanzwelt verändert und wird die Digitalisierung der Branche weiter vorantreiben. Etablierte Banken und Versicherer, die sich bereits früh mit digitalen Vertriebskanälen, Technologien wie der Cloud oder digitalisierten Authentifizierungsverfahren beschäftigt haben, sind die Vorreiter im Markt.
 
Dabei sind ihnen junge Fintech-Startups auf den Fersen: Mit neuen Produkten und Services sprechen sie besonders junge Bankkunden an, die 24 Stunden am Tag mobilen Zugriff auf ihre Konten und Depots haben wollen.
 
Vor diesem Hintergrund gibt es auch Verlierer: Banken etwa, die zu spät auf den digitalen Zug aufgesprungen sind, aber auch viele Bankangestellte. Immer mehr Filialen werden geschlossen, und die damit einhergehenden umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen haben bei vielen Kreditinstituten einen umfangreichen Personalabbau zur Folge. 
 
Das sorgt für Dynamik auf dem Arbeitsmarkt: So hat das Finanzdienstleistungsunternehmen DVAG im Frühjahr dieses Jahres eine große Werbekampagne gestartet, die Quereinsteiger und Branchenprofis für den Job des Vermögensberaters bei der DVAG begeistern soll – als krisenfeste Alternative in Zeiten der Corona-Pandemie.

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