Christoph Palm wird Stiftungs-Geschäftsführer.Archiv Foto: Müller Quelle: Unbekannt

Fellbach (eh) - Um seine berufliche Zukunft hatte Christoph Palm, der am 1. November vergangenen Jahres aus dem Amt geschiedene Fellbacher Oberbürgermeister, lange Zeit ein großes Geheimnis gemacht. Er gab lediglich preis, Geschäftsführer einer großen privaten Stiftung mit Sitz in Baden-Württemberg werden zu wollen. Nun wurde es offiziell verkündet: Palm wird zum 1. März die Josef Wund Stiftung gemeinnützige GmbH leiten. Die JWS ist bislang noch in Friedrichshafen ansässig, soll aber nach Stuttgart umsiedeln.

Stifter ist der Architekt und Unternehmer Josef Wund. Fast sechs Jahrzehnte hat der gebürtige Friedrichshafener durch Fleiß, Ideenreichtum und wirtschaftliches Geschick im Wortsinn Stein auf Stein gesetzt. Zunächst absolvierte er eine Maurerlehre und studierte später Architektur und Bauingenieurwesen. Wund realisierte unter anderem die Messehalle 1 in Friedrichshafen, seinerzeit die größte freitragende Gasbeton-Hängedach-Halle der Welt. In der Folge lag sein Tätigkeitsschwerpunkt in großen Industriebauten bundesweit. Für die Expo 2000 in Hannover plante, finanzierte und baute er den Deutschen Pavillon. Bekannt wurde er schließlich als „Bäderkönig“ durch den Bau und Betrieb der Thermen in Erding und in Bad Wörishofen, der Badeparadiese Euskirchen und Schwarzwald sowie der Badewelt Sinsheim.

Um sein Lebenswerk langfristig zu sichern und der gesellschaftlichen Verantwortung in stärkerem Maß gerecht zu werden, hat der 78-Jährige im Einvernehmen mit seiner Familie im Sommer 2015 die Josef Wund Stiftung gGmbH gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Mittel zur Förderung von Unternehmungen im Bereich von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Völkerverständigung, Umwelt- und Landschaftsschutz, Jugendhilfe, Altenhilfe, öffentliches Gesundheitswesen und Sport zu beschaffen.

Wie der Stifter nun bekannt gab, wird Fellbachs Ex-OB die Geschäftsführung der JWS übernehmen. „Christoph Palm war meine erste Wahl. Er ist eine Persönlichkeit mit Weitblick und Gestaltungskraft“, sagt Josef Wund. Die beiden Männer lernten sich im April vergangenen Jahres - also rund einen Monat nachdem Christoph Palm seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur in Fellbach öffentlich gemacht hatte - durch einen gemeinsamen Bekannten kennen.

Der 50-jährige Palm, der auch profunde Erfahrungen im Stiftungswesen vorweisen kann, hat sich seit seinem Ausscheiden aus dem Amt des Fellbacher Oberbürgermeisters intensiv auf seine neue Aufgabe vorbereitet und freut sich laut einer Mitteilung „auf die gestalterischen Möglichkeiten, die sich bei der JWS bieten“. Erste konzeptionelle Überlegungen des designierten Geschäftsführers der Stiftung führten zur Festlegung dreier Förderlinien: Bildung, Gesundheit und Kreativität.

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