Tausende Leute gingen auf die Straße, um der ermordeten Magazinmacher zu gedenken. Foto: AP/Peter Dejong

Fünf Jahre nach dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ will dieses die Mohammed-Karikaturen erneut drucken. Am Mittwoch beginnt der erste Prozess.

Paris - Mehr als fünf Jahre nach dem tödlichen Anschlag islamistischer Extremisten auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ druckt das Blatt Karikaturen des Propheten Mohammed erneut ab. Auf diese hatten sich die Attentäter seinerzeit mit ihrer Tat bezogen und erklärt, sie hätten den Propheten gerächt. Geschichte könne nicht neu geschrieben oder ausgelöscht werden, erklärte das Magazin am Dienstag zur Begründung.

Am Mittwoch beginnt der erste Prozess im Zusammenhang mit dem Anschlag vom Januar 2015 auf das Magazin und einen Supermarkt mit koscheren Lebensmitteln. 17 Menschen kamen ums Leben, zwölf davon in der Redaktion von „Charlie Hebdo“. Alle drei Attentäter wurden ebenfalls getötet.

Vor Gericht müssen sich ab Mittwoch 13 Männer und eine Frau verantworten. Nur elf von ihnen erscheinen in Person, von den anderen ist nicht bekannt, ob sie leben oder tot sind. Alle werden beschuldigt, die Täter mit Waffen und Logistik versorgt zu haben. In einem Leitartikel der dieswöchigen Ausgabe, der die Karikaturen begleitet, erklärt das Magazin, zwar habe es seit den Anschlägen keine Mohammed-Karikaturen mehr veröffentlicht, zum Prozessbeginn sei dies aber nötig.

Der Geschäftsführer des Magazins, Laurent Sourisseau, nannte in einem Vorwort die Namen aller Opfer. Er selbst war einer der wenigen Mitarbeiter, die die Bluttat überlebten. Nach fünf Jahren gebe es nur wenige, die sich den Forderungen „von Religionen im Allgemeinen und einigen im Besonderen“ zu widersetzen wagten, schrieb Sourisseau.

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