In der Arlbergstraße ist einer von acht Standorten für das ursprünglich bis Ende des Jahres angelegte Carsharing-Pilotprojekt Foto: Mathias Kuhn

Die Landeshauptstadt hat vor einem Jahr ein Carsharing-Pilotprojekt in den Oberen Neckarvororten gestartet. Der Corona-Lockdown bremste den Erfolg ab, jetzt steigt das Interesse an den Mietautos wieder an .

Untertürkheim - Die Bezirksbeiräte der Oberen Neckarvororte hatten darum gekämpft: Sie wollten auch ein Carsharing-Angebot und damit an der Mobilität der Zukunft teilhaben können, wie Untertürkheims Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel beim Start des Projekts vor einem Jahr sagte. Nicht nur die Bewohner der Innenstadt, sondern auch die Menschen in den Außenbezirken sollten an zentralen Standorten ein bereitstehendes Fahrzeug leihen können: am Untertürkheimer Bahnhof, am Wangener Marktplatz und vor der Kelter, am Obertürkheimer Bahnhof, am Hedelfinger Platz und vor dem Hedelfinger Bezirksrathaus.

Die Stadtverwaltung stimmte einem Pilotversuch für die Außenbezirke zu und vergab – ebenfalls ein Wunsch der Bezirksbeiräte – die Standorte an zwei Anbieter. Je ein Standort pro Stadtbezirk erhielten das Unternehmen Stadtmobil und das Untertürkheimer Autohaus Krautter. Für das Pilotprojekt wurden attraktive Stellplätze im Ortskern und in unmittelbarer Nähe zu den Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs freigegeben und auch gut sichtbar ausgeschildert.

Die Nutzung des ortsgebundenen Carsharing ist einfach. Nach der Bezahlung einer niedrigen Anmeldegebühr kann der Kunde sich per Smartphone, via Internet oder per Telefon ein Auto reservieren, es dann auf Zeit mieten und es wieder an einem Parkplatz abstellen. Als lokaler Anbieter hat das Autohaus Krautter kurze Wege zu den Standorten, kann im Vorbeifahren immer nach dem Rechte sehen, die Automobile warten und pflegen.

„Unser Ford-Carsharing-Angebot ist im vergangenen Jahr vielversprechend angelaufen“, sagt Martina Krautter vom Untertürkheimer Autohaus. Die Inhaberfamilie und ihre Mitarbeiter rührten dafür die Werbetrommel, machten das Projekt auf Stadtbezirksfesten und bei anderen Gelegenheiten publik. Mit anfänglichem Erfolg. „Die Corona-Krise und der Lockdown haben die Resonanz aber jäh gebremst“, sagt Martina Krautter. Nur langsam gewinne der Carsharing-Verleih jetzt erst wieder an Fahrt. Markus und Martina Krautter glauben an den Erfolg des zukunftsträchtigen Mobilitätssystems. Sie stecken abermals viel Energie hinein, das System bekannter zu machen. Vorführwagen des Autohauses machen für das Carsharing Werbung und sie gehen mit lokalen Partnerunternehmen – wie Michael Marquardt – auch Kooperationen ein. „Wir profitieren zudem davon, dass wir im Rahmen des Ford-Autohändler-Verbands dem Flinkster-Verbund angehören und einige Flinkster-Kunden unsere Fahrzeuge nutzen“, erklärt Martina Krautter. Den Vorteil könnten im übrigen auch Carsharing-Kunden des Autohauses Krautter in anderen Städten nutzen. Wer beispielsweise mit dem Zug in eine andere Stadt reise, könne mit seiner Untertürkheimer Carsharing-Anmeldung dort auch auf Flinkster-Fahrzeuge zugreifen.

Ursprünglich war der Pilotversuch der Stadt nur bis zum 31. Dezember 2020 ausgelegt. Markus Krautter hofft, dass das Projekt wegen der Corona-Krise um ein Jahr verlängert wird. „Dann können wir wirklich sinnvolle Aussagen treffen, ob sich der Carsharing-Gedanke auch in den Oberen Neckarvororten durchsetzen wird“, so Markus und Martina Krautter. Sie sind zuversichtlich. Denn auch die Stadtverwaltung hat ein Interesse am Erfolg und unterstützt die Carsharing-Unternehmen in der Corona-Krise. „Bis Ende des Jahres sind uns die Pachtgebühren erlassen worden, worüber wir sehr dankbar sind“, sagt Martina Krautter.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: