Die Konzepte für eine Volksfest-Alternative werden analysiert. Foto: /Edgar Rehberger

Die beiden bislang vorgelegten Konzepte der Schausteller für Alternativveranstaltungen nach der Volksfestabsage werden an einem Runden Tisch diskutiert und analysiert.

Bad Cannstatt - Jetzt hat auch der Gemeinderat der Absage des 175. Cannstatter Volksfestes zugestimmt. Dies war formell notwendig. Der zuständige Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen folgte dem Vorschlag der Verwaltung. Die Veranstaltung wäre, so begründete Oberbürgermeister Fritz Kuhn, in der Coronazeit ein Risiko, das man nicht eingehen kann. Für eine Durchführung müsste in der Bevölkerung ein Durchseuchungsgrad von 60 bis 70 Prozent erreicht sein – „das ist bis Ende September nicht zu schaffen“, so Kuhn – der ein schnellwirksames Medikament auf dem Markt sein. „Auch das ist nicht in Sicht, genauso wenig wie eine Impfung.“ Diese drei Bedingungen seien nicht erfüllbar. Also bliebe nur die Absage. „Das ist sehr bedauerlich, auch aus kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlichen Aspekten.“ Jetzt gehe es um die Frage, wie man auch mit anderen Veranstaltungen umgehe. Über den Weihnachtsmarkt sei derzeit noch nicht zu entscheiden. „Da haben wir noch etwas Luft.“ Vor der Sommerpause soll darüber befunden werden.

Verschiedene Szenarien ausgearbeitet

Da dasVirus die Menschen noch eine längere Zeit beschäftigen werde, müsse geklärt werden, wie Festveranstaltungen gestaltet sein müssen, um gefahrlos durchgeführt werden zu können. „Aktuell liegen uns zweiKonzeptevon Schaustellern auf dem Tisch“, erläuterte Wasenbürgermeister Thomas Fuhrmann, der sofort nach der Bekanntgabe der Volksfestabsage mit den Schaustellerverbänden und dem Festwirtsprecher gesprochen hat. „Wir werden uns noch im Mai zusammensetzen, um verschiedene Szenarien auszuarbeiten.“ Was sei alles realisierbar. Dazu würden alle Beteiligten an einen Tisch kommen. „Wir werden die beiden Konzepte diskutieren und zusammenführen.“ Zu bedenken seien dabei auch die wirtschaftlichen Risiken. „Kommen überhaupt Besucher?“ Denn es würden auch Kosten entstehen. „Es wird alles offen und ehrlich kommuniziert“, verspricht Fuhrmann und die Infektionslage dabei im Blickhaben. Es werde ein offener Dialog.

Die beiden Konzepte, einmal die Karusselltage als mobiler Freizeitpark und ein Herbstfest (wir berichteten) seien zeitnah umsetzbar, immer unter aktueller Berücksichtigung der Gesundheitsvorgaben. Die Idee des mobilen Freizeitparks haben die beiden Schaustellerverbände eingereicht, das zweite Konzept stammt von der Arbeitsgruppe Herbstfest, einem Zusammenschluss von zehn Schaustellern.

Unterstützung durch die Fraktionen

Auch die Fraktionen sicherten Unterstützung für die Schausteller zu, die aufgrund des Berufsverbotes keinerlei Einnahmen für dieses Jahr verbuchen können. „Da Wege zu finden, ist ganz wichtig“, betonte Stadtrat Andreas Winter (Grüne). Auch die CDU ist in Gesprächen mit den Schaustellern. „Das ist die mit am härtesten betroffene Branche“, stellte Alexander Kotz fest. Die Gastronomen hätten wenigstens für die nächsten Wochen eine Perspektive. „Wir werden die Gespräche wohlwollend und positiv begleiten.“ Es sei schwer zu vermitteln, dass an Pfingsten Achterbahnen im Europark genutzt werden dürfen, auf dem Wasen aber nicht. Hannes Rockenbauch, der Fraktionschef des Linksbündnisses, begrüßt die Konzepte und den Runden Tisch. „Es wird keine leichte Aufgabe, wirtschaftliche Perspektiven zu bieten.“ Es müsse um eine neue Normalität mit Festen gehen, betonte Martin Körner (SPD). Denn die nächsten eineinhalb bis zwei Jahre würde sich Corona noch auswirken. Das sieht auch Konrad Zaiß (Freie Wähler) so. „Man muss bedenken, was in einem Jahr ist.“

OB Kuhn sicherte zu, über die Ergebnisse des Runden Tisches zu informieren. Stefan Ehehalt, der Leiter des Gesundheitsamtes, wird sich die Auflagen für die Freizeitparks und die Umsetzung anschauen. „Das ist als Blaupause denkbar.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: