Campingplatz-Chef Jürgen Kaufmann öffnet seine Tore wieder für alle Touristen. Foto: /Sebastian Gall

Der Campingplatz auf dem Wasen hat seine Tore wieder für alle Touristen geöffnet – allerdings unter strengen Hygieneregeln.

Bad Cannstatt - Seit gestern dürfen die Campingplätze in Baden-Württemberg wieder alle Touristen empfangen. „Über Pfingsten werden die meisten Campingplätze in Baden-Württemberg ausgebucht sein“, sagte am Mittwoch Kurt Bonath, Vorsitzender des Landesverbands der Campingunternehmer in Baden-Württemberg. Und auch der Cannstatter Campingplatz am Wasen wird über das lange Wochenende die ersten Gäste empfangen.

„Aufgeregt bin ich nicht. Ich habe in meinen 30 Jahren hier schon viel erlebt“, sagt Jürgen Kaufmann, der Chef des Campingplatzes. Für Pfingsten haben sich auch schon einige Urlauber angemeldet. Allerdings „sehr viel weniger“, als im letzten Jahr, bilanziert er. „Doch die Leute reservieren schon für die kommenden drei vier Wochen.“ Von den 150 Stellplätzen und 50 Zeltplätzen werden rund Dreiviertel zum Start an Pfingsten gebucht werden, schätzt Kaufmann.

Nicht nur für den Chef ein Glück, sondern auch für seine Mitarbeiter. Neun von zehn waren in der Corona-Hochphase in Kurzarbeit. Er habe in den letzten Jahren Rücklagen gebildet, nicht nur über die Campingplatz-Einnahmen, sondern teilweise auch über seine Firma Neckarparking, die, wie der Name schon sagt, für das Parken rund um den Wasen zuständig ist. „Wenn die Beschränkungen aber das ganze Jahr so weiter gegangen wären, hätten wir das nicht geschafft.“ Nun geht es aber wieder los und Jürgen Kaufmann ist froh darüber: „Ich freue mich auf meine Kollegen und die Gäste.“ Stichwort Camper: Auch die Stammgäste, mit denen er im Kontakt sei, freuen sich, dass sie endlich wieder auf den Wasen können. Für die muss der Platz allerdings erst einmal wieder auf Vordermann gebracht werden. Aufgrund der finanziellen Situation sei es nicht wirklich möglich gewesen, den Platz zu pflegen.

Ganz allein war Kaufmann auf seinem Campingplatz jedoch nie. Monteure und Gewerbetreibende durften auch weiterhin bei ihm übernachten. Seit dem 18. Mai auch diejenigen Camper, die autark – also mit WC und Bad im Wagen – unterwegs sind. „Die Informationslage über mögliche Öffnungen war immer transparent. Hier hat der baden-württembergische Campingplatzverband gute Arbeit geleistet“, so der Campingplatz-Chef.

Die Regeln, die bisher für seine arbeitenden Gäste galten, werden nun auf den gesamten Betrieb übertragen. Nur eine Person darf an die Rezeption – mit Maske. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz gilt auch in allen Begegnungsräumen, wie den Sanitäranlagen. Dort werden die offenen Waschbecken abgestellt und es dürfen nur noch die abschließbaren Wasch-Kabinen genutzt werden. Zudem wird die Hälfte der Duschkabinen gesperrt, sodass immer eine in der Reihe frei bleiben kann. An den Eingängen zu den Gemeinschaftsräumen werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt. „Auf die warte ich allerdings noch, sie sollten seit Montag hier sein“, so Kaufmann. Auf dem Gelände werden Hinweisschilder angebracht, es gelten wie überall die standardisierten Hygiene- und Abstandsregeln. Mit Schildern zupflastern wolle Kaufmann seinen Campingplatz allerdings nicht. „Natürlich wird auf alles geachtet, aber grundsätzlich möchte ich alles so normal halten wie möglich.“

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